Brochier-Prozess endet mit Bewährungsstrafen

Nürnberg - Die Angeklagten verließen das Gericht als freie Männer: Im Prozess um den Niedergang der traditionsreichen Baufirma Hans Brochier hat das Landgericht Nürnberg wegen gemeinschaftlicher Untreue Bewährungsstrafen gegen die beiden britischen Kaufleute verhängt.

Der Hauptangeklagte, der 41-jährige Rhodri Phillips, erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung. Er muss außerdem 18 000 Euro Geldstrafe zahlen. Ein mitangeklagter Geschäftsführer wurde zu einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Phillips hatte die Nürnberger Rohr- und Anlagenbaufirma mit 700 Beschäftigten Anfang 2005 für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro von der Abfallgesellschaft Ruhr (AGR) übernommen. Doch anstatt das Unternehmen zu sanieren, transferierte der Manager bereits wenige Tage später elf Millionen Euro aus dem Betriebsvermögen nach London. Das Geld verwendete er für den Kauf einer anderen Firma und für seinen aufwendigen Lebensstil. Im Sommer 2006 meldete Hans Brochier Insolvenz an.

Das Urteil entsprach exakt einer Vereinbarung, die das Gericht und die Verteidigung bereits zum Prozessauftakt getroffen hatten. Im Gegenzug hatten die Angeklagten umfangreiche Geständnisse abgelegt. Der Staatsanwalt kündigte Revision an. Er hatte dreieinhalb Jahre Haft für Phillips und zwei Jahre auf Bewährung für dessen Partner gefordert.

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