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Laut EU-Währungskommissar Rehn ist eine Erholung in Sicht.

Brüssel sieht gesamt EU in "milder Rezession"

Brüssel - Nach der Eurozone sieht Brüssel nun auch die gesamte EU in einer “milden Rezession“. Währungskommisar Rehn wies auf die Ungleichheiten der Mitgliedsstaaten hin.

“Die wirtschaftliche Aktivität in der EU ist im letzten Quartal 2011 und nach Schätzungen auch im ersten Quartal 2012 geschrumpft“, heißt es in dem am Freitag vorgestellten Konjunkturausblick der EU-Kommission. Für das Gesamtjahr prognostizieren die Experten ein durchschnittliches Nullwachstum für alle 27 EU-Staaten und ein Minus von 0,3 Prozent für die 17 Euroländer.

“Eine Erholung ist in Sicht, aber die wirtschaftliche Lage bleibt anfällig“, sagte Währungskommissar Olli Rehn. Unter den Mitgliedsstaaten gebe es nach wie vor enorme Ungleichheiten. So erwartet Brüssel für Deutschland 2012 ein Wachstum von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Euro-Problemfall Spanien kommt aber aus der Rezession nicht heraus. Nach einem Wachstum von 0,7 Prozent 2011 wird für das Südland in diesem Jahr ein Minus von 1,8 Prozent vorausgesagt, und auch für 2013 noch eine Schrumpfung von 0,3 Prozent.

Für die Griechen rechnet Brüssel mit einer Abbremsung des Wirtschaftseinbruchs von Minus 6,9 Prozent im vergangenen auf Minus 4,7 Prozent in diesem Jahr, 2013 könnte zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder ein Nullwachstum erreicht werden. In Portugal, dem zweiten Land unter dem Euro-Rettungsschirm, beschleunigt sich dagegen der Wirtschaftseinbruch von Minus 1,6 im vergangenen auf Minus 3,3 Prozent in diesem Jahr, für 2013 erwarten die EU-Experten immerhin wieder ein leichtes Plus von 0,3 Prozent.

Die Iren, die als drittes Land am Euro-Tropf hängen, konnten die Talsohle dagegen schon überwinden. Prognostiziert wird für 2012 ein Plus von 0,5 Prozent und von 1,9 Prozent im nächsten Jahr. Ein harter Weg steht Italien bevor, der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone: Dort erwarten Rehns Experten ein Minus von 1,4 Prozent in diesem Jahr, vor dem Anzug des Wachstums auf plus 0,4 Prozent 2013.

“Ohne weiteres entschlossenes Handeln könnte das Wachstum in der EU schwach bleiben“, warnte der Währungskommissar. Auf Grundlage der neuen Beschlüsse zur Haushaltskonsolidierung “müssen wir die Anpassung durch eine Beschleunigung von wachstumsfördernden Maßnahmen unterstützen“, forderte er am Freitag in Brüssel.

dapd

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