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Nordsee- und Atlantikfischer müssen im nächsten Jahr mit einer Kürzung der Fangmengen rechnen.

Brüssel will Fisch-Quoten für Nordsee senken

Brüssel - Nordsee- und Atlantikfischer müssen im nächsten Jahr mit einer Kürzung der Fangmengen rechnen. Die EU-Kommission legte am Dienstag ihre Quoten-Vorschläge für einige Bestände in diesen Gebieten vor.

Gemessen am Gewicht soll die Fangmenge 2012 im Vergleich zum laufenden Jahr um elf Prozent sinken. Für deutsche Fischer hat der Brüsseler Vorschlag allerdings erst einmal keine entscheidenden Konsequenzen.

Denn die EU-Kommission hat erstmals nur Quoten für ihre internen Bestände vorgeschlagen. Empfehlungen für Fangmengen, die zum Beispiel mit dem nicht-EU-Land Norwegen ausgehandelt werden müssen, sollen im Herbst folgen. Erst dann werden Quotenvorschläge für die für deutsche Fischer so wichtigen Bestände erwartet - Kabeljau, Hering, Seelachs, Scholle und Rotbarsch. “Wir müssen also hier eher auf die Vorschläge und das Ergebnis bezüglich der Verhandlungen mit Norwegen warten“, sagte ein EU-Diplomat.

Nach dem aktuellen Vorschlag der Kommission sollen die Quoten für die meisten Bestände sinken. Nur für wenige schlägt die Brüsseler Behörde eine Erhöhung vor, etwa für Hering, Butt, Seehecht, Seeteufel und einige Kabeljau-Bestände. Einen Fangstopp empfiehlt sie dagegen für Kabeljau westlich von Schottland, in der Irischen See und im Kattegat, wo die Situation “besorgniserregend“ sei.

Im November beraten die EU-Minister über den aktuellen Vorschlag. Über die noch ausstehende Empfehlung zu den Beständen, die gemeinsam mit Drittländern bewirtschaftet werden, soll nach Angaben der Kommission im Dezember entschieden werden. Alle Vorschläge beruhen auf wissenschaftlichen Empfehlungen. Bei Beständen, über die kaum Daten vorliegen, will Brüssel die Quoten um 15 bis 25 Prozent senken.

“Unser Vorschlag beruht - wie für die Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik vorgeschlagen - ganz entscheidend auf einer langfristigen Bewirtschaftung der Bestände und auf der Verfügbarkeit zuverlässiger wissenschaftlicher Daten“, sagte EU-Kommissarin Maria Damanaki. Ziel der Reform sei es, das Nachwachsen der Bestände zu sichern und Fischern ein “anständiges Einkommen“ zu garantieren.

dpa

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