Brüssel will höhere Steuern für Alkohol

- Brüssel - Die EU-Kommission will Anfang 2008 höhere Mindeststeuern für Alkohol durchsetzen. Massive Preiserhöhungen für die Verbraucher sind nach Einschätzung von EU-Steuerkommissar László Kovács jedoch nicht zu erwarten. Kovács machte am Freitag den EU-Staaten einen entsprechenden Vorschlag und folgte damit einer Initiative der seit Juli amtierenden finnischen EU-Ratspräsidentschaft.

Die deutschen Brauer indes schäumen: Der Bundesverband der mittelständischen Privatbrauereien nannte die Pläne der Kommission "sachlich völlig ungerechtfertigt". Sie würden für Deutschland eine Biersteuererhöhung um 25 Prozent bedeuten. Die Umsetzung würde, so Verbandsgeschäftsführer Roland Demleitner, zwangsläufig zu steigenden Bierpreisen führen. "Drastisch gestiegene Herstellungskosten im Energiebereich und die anstehende Erhöhung der Umsatzsteuer auf 19 Prozent zwingen die deutsche Brauwirtschaft schon jetzt, die Bierpreise zu erhöhen." Die Kommission habe jedes Maß und Ziel verloren.

Besonders bitter stößt den Brauern auf, dass das Konkurrenzgetränk Wein nicht mit höheren Steuern belegt werde. Die Brauer hoffen nun, dass die Bundesregierung den Vorschlag der Kommission ablehnt. Die Bundesländer, denen die Biersteuer zu 100 Prozent zufließt, hätten das Ansinnen bereits im Vorfeld zurückgewiesen. Eine andere Rechnung macht indes die EU-Kommission auf. Bei Bier würde der Vorschlag beispielsweise bewirken, dass die nationale Verbrauchsteuer bis spätestens 1. Januar um höchstens 1,2 Cent je halben Liter Bier hinaufgesetzt werden muss, hieß es weiter. So wäre es auch in Deutschland. Der Deutsche Brauerbund erwartet indes "deutlich" höhere Bierpreise. So könnte sich ein Kasten mit 10 Litern Inhalt zusammen mit der Mehrwertsteuererhöhung um 60 bis 70 Cent verteuern. Das habe Auswirkungen auf das Konsumverhalten.

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