+
Standard & Poor's hat sich im Falle frankreichs eine folgenschwere Panne geleistet.

Brüssel will Ratingagenturen haftbar machen

Brüssel - Die EU-Kommission will die Macht der umstrittenen Ratingagenturen brechen. Investoren, die durch fehlerhafte Ratings Geld verloren haben, sollen gegen die Agenturen vor Gericht ziehen können.

Das sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier am Dienstag in Straßburg bei der Vorstellung von neuen Gesetzesvorschlägen.

“Ratings haben einen direkten Einfluss auf die Märkte und die Wirtschaft und deshalb auch auf den Wohlstand europäischer Bürger“, sagte der Franzose. “Ratingagenturen haben in der Vergangenheit schwere Fehler gemacht.“ Die Abhängigkeit des Finanzsektors von Ratingagenturen solle sich verringern. Die Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten.

Die Aufsichtsbehörde ESMA solle Standards für eine einheitliche Ratingskala erarbeiten, damit die Urteile vergleichbar werden. “Gefälligkeitsratings“ soll es nicht mehr geben: Bislang war es so, dass Ratingagenturen von den Unternehmen, die sie bewerten, ihr Geld bekommen - ein großer Interessenkonflikt. Künftig soll ein Auftraggeber eine Ratingagentur nur noch maximal drei Jahre in Folge beauftragen dürfen. Für Staaten gilt dies nicht. Die Unternehmen müssen auch ihre Preispolitik offenlegen.

Frankreich-Fehleinschätzung sorgt für Unruhe

Die jüngste Panne der Ratingagentur Standard & Poor's hat den Druck auf die Branche erhöht. S & P hatte irrtümlicherweise eine Mitteilung über die angebliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs verschickt und damit für erhebliche Unruhe an den Märkten gesorgt. Frankreich hat bisher eine Einsernote. Barnier hatte die Panne als “schwerwiegenden Vorfall“ gebrandmarkt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hackathon: Siemens lässt Mitarbeiter tüfteln
1700 Siemensianer, 20 Stunden und 300 Ideen: Beim sogenannten Hackathon haben sich Siemens-Mitarbeiter aus 61 Ländern miteinander vernetzt, um neue Produkte zu …
Hackathon: Siemens lässt Mitarbeiter tüfteln
Keine Postfächer mehr umsonst bei der Deutschen Post
Am Aschermittwoch ist alles vorbei - das gilt auch für Hunderttausende kostenlose Postfächer in Deutschland. Ab März verlangt die Deutsche Post von allen Nutzern eine …
Keine Postfächer mehr umsonst bei der Deutschen Post
Postfächer der Deutschen Post sind ab März kostenpflichtig
Bonn - Am Aschermittwoch ist alles vorbei - das gilt auch für Hunderttausende kostenlose Postfächer in Deutschland. Ab März verlangt die Deutsche Post von allen Nutzern …
Postfächer der Deutschen Post sind ab März kostenpflichtig
Bremerhavener Lloyd Werft streicht ein Viertel ihrer Stellen
Bremerhaven - Als die malayische Genting-Gruppe die Bremerhavener Lloyd Werft übernahm, schien die Auftragslage im Kreuzfahrtschiffbau sicher. Jetzt kommt für viele …
Bremerhavener Lloyd Werft streicht ein Viertel ihrer Stellen

Kommentare