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Laut Porsche war bisher bekannt, dass während der NS-Zeit 50 Zwangsarbeiter im Unternehmen waren - das neue Buch berichtet von 300 Mensche, die zur Arbeit gezwungen wurden.

Buch: 300 NS-Zwangsarbeiter bei Porsche

Stuttgart - Porsche soll in der NS-Zeit 300 Zwangsarbeiter beschäftigt haben. Das schreibt Autor Ulrich Viehöver in einem bald erscheinenden Buch. Das Unternehmen will diese Zahlen jetzt überprüfen.

Nach einer Vorabveröffentlichung über Zwangsarbeit in der NS-Zeit bei Porsche will das Stuttgarter Unternehmen den neuen Informationen nachgehen. Der Wirtschaftsjournalist Ulrich Viehöver gibt in seinem neuen Buch “Stuttgarter NS-Täter“, in dem er unter anderem das Verhalten von Ferdinand Porsche unter die Lupe nimmt, die Zahl der ehemaligen Zwangsarbeiter mit 300 an. Porsche war nach eigenen Angaben bisher nur die Zahl 50 bekannt. “Wir werden uns das näher anschauen, denn wir haben an der lückenlosen Darstellung unserer Geschichte ein großes Interesse“, sagte ein Sprecher am Freitag in Stuttgart.

1944 war das Unternehmen seiner Darstellung zufolge ein “Konstruktionsbüro mit angeschlossenen Versuchswerkstätten“ und beschäftigte - ohne Zwangsarbeiter - 656 Menschen. Wenn die Zahl 300 zutrifft, dann wäre fast ein Drittel der gesamten Belegschaft zur Arbeit gezwungen worden. Der Porsche-Sprecher sagte, unter den bislang bekannten Nationalitäten der Zwangsarbeitern seien Polen, Russen, Holländer, Flamen, Belgier, Tschechen und Italiener gewesen. Auf einen Aufruf des Unternehmen hätten sich elf ehemalige Zwangsarbeiter gemeldet, von denen acht entschädigt worden seien. Porsche habe in die Stiftung der deutschen Wirtschaft zur Entschädigung der Zwangsarbeiter fünf Millionen D-Mark gezahlt. Der Sprecher resümierte: “Porsche ist sehr offen mit dem Thema umgegangen.“

Er bestätigte, dass Ferry Porsche, der Sohn von Ferdinand Porsche, die Anteile eines jüdischen Geldgebers aus Pforzheim nach dessen Emigration übernommen hatte. Dies sei dem Unternehmen und der Öffentlichkeit bekannt. 1950 hätten sich Ferry Porsche und Adolf Rosenberger auf einen Vergleich geeinigt, nach dem Rosenberger 50 000 Mark und einen VW-Käfer erhalten habe. Viehöver spricht von einer “geringen Entschädigung“. Dass Porsche seit 1940 von Rüstungsaufträgen profitierte wie der Journalist schreibt ist dem Unternehmenssprecher zufolge bekannt und galt damals für viele Unternehmen.

Ferry Porsche war wie sein Vater Ferdinand, der über Jahre hinweg der bevorzugte Ingenieur Hitlers war, nach dem Krieg in Haft gewesen. Ferry Porsche kam 1946 frei und während sein Vater noch in Haft saß übernahm er die Verantwortung in der Firma.

dpa

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