Der Tod in der Bürokratie: Welche Fristen Angehörige kennen müssen

- Sterben gehört zu den Themen, die viele Menschen wenn möglich meiden. Doch irgendwann ist jeder mit dem Tod eines Angehörigen konfrontiert. Zu Schmerz und Trauer über den Verlust kommen dann wichtige Dinge, die schnell geregelt werden müssen - einige davon mit Fristen von nur 48 Stunden.

<P class=MsoNormal>Fristen beachten</P><P class=MsoNormal>Zunächst sollten alle Organisationen benachrichtigt werden, bei denen finanzielle Ansprüche bestehen, wie Lebensversicherung, private Versicherungen, die Rentenstelle (Rentenversicherungsnummer nötig) und Gewerkschaften. Wichtig: Die Lebensversicherungs-Unternehmen müssen innerhalb von 48 Stunden nach dem Tod benachrichtigt werden. Die gleiche Frist gilt für Unfallversicherungen. Bei der Abmeldung von der gesetzlichen Krankenkasse wird die Sterbeurkunde benötigt.</P><P class=MsoNormal>Rentenansprüche </P><P class=MsoNormal>Bei Rentenansprüchen müssen Rentenversicherung, betriebliche Unfallversicherung und Berufsgenossenschaften (bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten) sowie das Versorgungsamt verständigt werden. Falls Ansprüche auf Hinterbliebenen-Bezüge bestehen, müssen diese innerhalb eines Monats angemeldet werden. Da es dauern kann, bis Geld ausgezahlt wird, kann ein Antrag auf Vorschusszahlung gestellt werden (Sterbeurkunde, letzte Rentenmitteilung und Personalausweis nötig).</P><P class=MsoNormal>Bankgeschäfte regeln </P><P class=MsoNormal>Wenn der Verstorbene alleinige Verfügungsgewalt über die Bankkonten hatte, wird für die Umschreibung oder Auflösung ein Erbschein benötigt. Dieser muss beim Amtsgericht beantragt werden - und das kann dauern. "Deswegen gibt es die Möglichkeit, schon zu Lebzeiten für einen Vertrauten eine Vollmacht ausstellen zu lassen, die jederzeit widerrufen werden kann", rät Fritz Stinglwagner, Jurist bei der Verbraucherzentrale Bayern. "Viele Banken haben dafür Vordrucke." Hat der Verstorbene Geld langfristig angelegt, kann es - je nach Zinssituation - sinnvoll sein, die Verträge weiter laufen zu lassen. Die Bank schreibt sie dann auf den Erben um (ohne Verfügung Erbschein nötig).</P><P class=MsoNormal>Testament abgeben </P><P class=MsoNormal>Gibt es ein Testament, muss es laut Bürgerlichem Gesetzbuch sofort beim Nachlassgericht abgegeben werden.</P><P class=MsoNormal>Verträge prüfen </P><P class=MsoNormal>Alle privaten Versicherungen wie Hausrat- oder Haftpflichtversicherungen müssen informiert werden. Auch sollten Mitgliedschaften in Verbänden und Vereinen sowie Zeitschriftenabonnements oder Mitgliedschaften in Buchclubs aufgelöst werden. Der Tod beendet nicht automatisch das Vertragsverhältnis - auch keinen Mietvertrag. Deswegen muss gegebenfalls auch der Vermieter informiert werden. Es ist aber möglich, dass Ehepartner, Kinder oder andere Familienangehörige den Mietvertrag übernehmen. Da diese Regelungen nicht ganz einfach und die Fristen kurz sind, sollte im Zweifel ein Mieterverein oder ein Anwalt eingeschaltet werden. Telefon und Strom nicht vergessen! Vorsicht auch bei Alters- und Pflegeheimen: Hier sind Zimmer in der Regel spätestens zum Monatsende zu räumen.</P><P class=MsoNormal>Finanzamt </P><P class=MsoNormal>Wichtig ist, die Kosten für die Bestattung, soweit sie die zumutbare Belastung übersteigen, bei der Einkommensteuer geltend zu machen.</P><P class=MsoNormal>Die Verbraucherzentrale warnt zudem vor unlauteren Machenschaften. So sollte die Rechnung des Bestattungsunternehmens genau geprüft werden. "Vorsicht auch bei zweifelhaften Rechnungen, die nach der Beerdigung ins Haus flattern", warnt Stinglwagner. "Unbestellte Waren müssen nicht bezahlt werden."</P>

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