Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot

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Kurs nach unten: Der Dax – im Bild die Kurstafel an der Frankfurter Börse – schloss am Freitag mit 4014 Punkten auf dem niedrigsten Niveau seit langem.

Börsen im Überblick

Dax büßt alle Wertzuwächse seit November 2004 ein

Konjunktursorgen und taumelnde Kreditinstitute lassen die Aktienkurse tief abtauchen. Der Dax stürzte zum Ende der Woche auf den niedrigsten Schlusskurs seit mehr als vier Jahren. Dow Jones und Nikkei rangierten ebenfalls auf historischen Niedrigständen.

Die in Deutschland und den USA verabschiedeten Konjunkturpakete und die Niedrigzinspolitik der Notenbanken können die Anleger offensichtlich nicht beruhigen. Sie befürchten, dass die Rezession noch schlimmer ausfällt als bisher erwartet, wie die Analysten der Düsseldorfer WGZ Bank in ihrem Wochenbericht schreiben. Darauf deuten mehrere Konjunkturindikatoren hin, die in den letzten Tagen publik wurden. Unter anderem brach die Industrieproduktion in den USA im Januar wegen der Krise der Automobilbranche erneut deutlich ein. Auch aus Europa gab es schlechte Nachrichten.

„Wir sehen noch immer kein Licht am Ende des Tunnels“, sagt Karsten Klude, Chefvolkswirt der Hamburger Privatbank M. M. Warburg. Die erhoffte Stabilisierung bei den Konjunkturdaten sei ausgeblieben, weswegen die Börsen weiter abrutschen und sich neuen Tiefständen nähern. Nach Kludes Worten wird der Abwärtstrend erst stoppen, wenn die Frühindikatoren ein Ende der rezessiven Tendenzen signalisieren. „Bis dahin gehen die Aktienkurse weiter gen Süden“, sagt der Ökonom.

An den Börsen stehen weitere Turbulenzen bevor, sollten Dax, Dow oder Nikkei technisch bedeutende Marken nachhaltig durchbrechen. So sieht beispielsweise Christian Hanss von der Stadtsparkasse München schwarz, falls der Dax unter 4000 Punkte fällt. „Bricht dieser Damm, droht ein Rückgang um weitere 1000 Zähler“, sagt der Wertpapierexperte. Kann der Index die Marke halten, besteht nach seiner Ansicht „die Chance auf eine baldige technische Erholung“. Am Freitag näherte sich das Barometer in der Stunde vor Handelsschluss in großen Schritten der 4000er-Grenze und machte letztlich nur 14 Zähler darüber halt.

Die Marktbeobachter der Dresdner Bank in Frankfurt warnen ebenfalls vor Kursrisiken, sollten die Aktienindizes noch weiter abschmieren. Dies würde eine „psychologische Kapitulation“ des Marktes bewirken, sagt Chefstratege Andreas Wex. Verluste von bis zu zehn Prozent sind dann nach seinen Worten denkbar. Der Dax könne bis auf 3600 Punkte absacken. Mit einem stabilen Aufwärtstrend rechnen viele Beobachter frühestens im zweiten Halbjahr. Erst dann würde sich die erhoffte konjunkturelle Erholung in den Kursen niederschlagen. Bis dahin dürften sich die meisten Investoren weiterhin in sichere Häfen wie solide Staatsanleihen und Gold flüchten. Der Kurs des Edelmetalls festigte sich bei 980 US-Dollar je Unze und blieb damit auf hohem Niveau.

Zum Wochenschluss standen an der Frankfurter Börse einmal mehr die Finanztitel unter Druck. Der Branche wird zunehmend Misstrauen entgegengebracht, wobei derzeit vor allem Kreditrisiken der Institute in Osteuropa die Anleger besorgen. Die Deutsche Bank war im Dax mit einem Minus von fast zehn Prozent auf 18,35 Euro der größte Verlierer. Der Versicherer Allianz büßte 9 Prozent auf 52,40 Euro ein. Die Commerzbank verlor 8,6 Prozent und kostet jetzt nur noch 2,84 Euro.

In den Abwärtsstrudel wurden auch die Nebenwerte gerissen. Der M-Dax gab 4,3 Prozent auf 4758 Zähler nach. Das stärkste Minus verzeichnete die Aktie der angeschlagenen Hypo Real Estate mit einem Rückgang von 18,9 Prozent auf 1,33 Euro. Der Tec-Dax verlor 4,4 Prozent auf 461 Punkte. Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,81 (Vortag: 2,85) Prozent.

 

von Florian Ernst, mit Material von ap und dpa

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