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Bulgarien und Türkei ohne russisches Gas

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Druckabfall: Russland dreht Ländern den Gashahn ab.
Druckabfall: Russland dreht Ländern den Gashahn ab. © dpa

Moskau/Sofia - Die Eskalation im Gasstreit zwischen Kiew und Moskau hat am Dienstag zu erheblichen Lieferausfällen in Ost- und Mitteleuropa geführt.

Bulgarien und die Türkei erhalten nach offiziellen Angaben seit der Nacht zu Dienstag kein Gas mehr.

Die Lieferungen seien gestoppt, sagte der türkische Energieminister Hilmi Güler vor Journalisten. In Deutschland waren in dem am Neujahrstag ausgebrochenen Streit bisher keine Lieferengpässe bekannt geworden.

Auch Bulgariens Gasgesellschaft Bulgargas hatte mitgeteilt, dass das Land kein Gas mehr erhalten habe. Vom Lieferstopp an der ukrainisch-rumänischen Grenze seien auch Bulgariens Nachbarstaaten Griechenland, Mazedonien und die Türkei betroffen. Diese Staaten erhalten russisches Gas über bulgarische Pipelines. Die Regierung in Sofia wollte auf einer Sondersitzung die Lage erörtern.

Die Ukraine hatte zuvor gewarnt, der Energiekonflikt zwischen Russland und der Ukraine könne sich in Kürze verstärkt auf Europa auswirken. Wegen einer gedrosselten Zufuhr aus Russland seien Engpässe bei der Weiterleitung nach Westeuropa nicht auszuschließen, teilte das Staatsunternehmen Naftogas am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax in Kiew mit. Russland pumpe derzeit nur 92 Millionen Kubikmeter statt wie sonst täglich 221 Millionen Kubikmeter in ukrainische Transitpipelines.

Der russische Gasmonopolist Gazprom hat im Energie- Streit mit der Ukraine ernstere Lieferengpässe für Westeuropa nicht ausgeschlossen. «Gazprom tut alles für eine lückenlose Versorgung, aber die Möglichkeiten des Unternehmens sind nicht grenzenlos», sagte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew vor einer Reise nach Berlin dem Moskauer Fernsehsender «Westi». Für die bereits in mehreren europäischen Staaten aufgetretenen Engpässe machte er das ukrainische Unternehmen Naftogas verantwortlich. «Ungeachtet aller Versuche, Kiew an den Verhandlungstisch zurückzubringen, erfahren wir Neuigkeiten nur aus die Presse.»

Russlands Regierungschef Wladimir Putin hatte am Montag eine Teilversorgung von Westeuropa über alternative Routen veranlasst. Der frühere Kremlchef wies Gazprom an, rund 65,3 Millionen Kubikmeter Gas nicht durch Pipelines in der Ukraine, sondern zum Beispiel durch die Türkei und Weißrussland zu pumpen. Es handele sich um die Menge, die die Ukraine aus Transitleitungen illegal abzapfe. Kiew bestreitet dies.

Auch Kroatien ist von russischen Gaslieferungen abgeschnitten. Seit dem Morgen sei der Gashahn zugedreht, berichtete das kroatische Staatsfernsehen. Der heimische Gasversorger Ina rief die Verbraucher zum Sparen auf, da die Lage «ernst und ungewiss» sei. Kroatien verbraucht jährlich 3,2 Milliarden Kubikmeter Gas. Rund 60 Prozent davon werden aus eigenen Feldern gedeckt, 40 Prozent mit Lieferungen aus Russland.

dpa

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