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Der Bund will den geschrumpften EADS-Standort Taufkirchen/Ottobrunn als Konzern-Zentrale erhalten.

Bund greift nach EADS-Anteilen

München – Der Einstieg der Bundesrepublik Deutschland beim Europäischen Technologiekonzern EADS ist zwischen Berlin und Paris offenbar weitgehend ausgehandelt.

Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ wird Deutschland Eigentümer von zwölf Prozent der EADS-Anteile. Gleichzeitig senkt der französische Staat seine Beteiligung ebenfalls auf zwölf Prozent. Da Spanien wie bisher 5,45 Prozent der EADS-Aktien halten will, liegen 29,45 Prozent von EADS im Eigentum der beteiligten Staaten.

Bislang hält Deutschland keine EADS-Aktien. Kontrolliert werden aber 22,35 Prozent vom Daimler-Konzern, der einen Teil davon an ein Investorenkonsortium abgetreten hat.

In Frankreich ist die Aktionärsstruktur noch ein Stück komplizierter. Die Holding Sogeade hält ebenfalls 22,35 Prozent der Aktien. Sogeade gehört zu zwei Dritteln der französischen Staatsholding Sogepa und zu einem Drittel dem Lagardère-Konzern, der sich wie Daimler am liebsten zurückziehen möchte.

Damit tritt ein, wovor EADS-Chef Thomas Enders seit rund einem Jahr warnt: Der Staatsanteil steigt unter dem Strich um knapp ein Drittel von gut 20 auf fast 30 Prozent. Damit ist ein Konflikt zwischen dem künftigen Großaktionär Deutschland und dem Management programmiert.

Enders galt als der Motor der geplanten Fusion zwischen EADS und BAE-Systems, weil durch die Anteile des allein von privaten Anteilseignern gehaltenen britischen Konzerns der Staatseinfluss zurückgegangen wäre. Das war offensichtlich auch der Grund, warum die Bundesregierung die Fusionsbemühungen erfolgreich torpediert hatte. Ihr geht es darum, das Gleichgewicht zwischen Deutschland und Frankreich zu erhalten.

Es spielen auch Standorte und Arbeitsplätze eine Rolle. Doch der Proporz ist gerade ein Schwachpunkt im europäischen Konzern. Denn unter anderem die Rivalitäten um nationale Anteile gelten als Ursache für jahrelange Verzögerungen sowohl beim Airbus A380 als auch beim Militär-Airbus A400M und entsprechende Ergebnisbelastungen in Milliardenhöhe.

Wie bisher bereits geplant, wird Deutschland nicht unmittelbar Aktionär des größten europäischen Rüstungs-, Luftfahrt- und Raumfahrtkonzerns. Die Anteile sollen über die bundeseigene KfW-Bank gekauft und gehalten werden.

Martin Prem

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