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Laut Ökonomen profitiert der Arbeitsmarkt auch von der zunehmend robusteren Konjunktur. Foto: Julian Stratenschulte

Volkswirte: Im März wieder weniger als drei Millionen Arbeitslose

Tauwetter auf dem Arbeitsmarkt: Nicht nur das milde Märzwetter, auch die gute Konjunktur sorgt derzeit für sinkende Arbeitslosenzahlen - davon sind jedenfalls Volkswirte überzeugt. Vieles sieht nach Meinung der Fachleute nach einem kleinen Jobaufschwung in diesem Jahr aus.

Nürnberg (dpa) - Der milde Winter und die zunehmend kräftige Konjunktur haben die Zahl der Arbeitslosen im März nach Experteneinschätzung wieder unter die Drei-Millionen-Marke sinken lassen.

Zum Frühjahrsbeginn seien 2,94 Millionen Männer und Frauen arbeitslos gewesen, berichteten Konjunkturforscher und Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Dies wären rund 80 000 Erwerbslose weniger als im Februar und rund 115 000 weniger als vor einem Jahr. Auch nach Abzug saisonaler Effekte gehen die Experten für März von sinkenden Jobsucherzahlen aus - und zwar um rund 10 000. Sie berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Dienstag bekanntgeben.

"Die günstige Konjunktur sorgt auch auf dem Arbeitsmarkt für einen Schub", erklärt DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Und auch Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld spricht von einer "relativen starken Grundtendenz", von der auch der Arbeitsmarkt profitiere. Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass sich der leichte Jobaufschwung im Laufe des Jahres weiter stabilisiert. Im  Jahresschnitt erwarten sie einen Rückgang der Erwerbslosen um 80 000 bis 100 000.

Weitaus vorsichtiger fällt dagegen die Prognose des Chefvolkswirts der KfW-Bankengruppe, Jörg Zeuner, aus. Er rechnet nur mit einem halb so starken Rückgang wie seine Kollegen. "Der Arbeitsmarkt wird zwar auf die konjunkturellen Impulse reagieren, aber nur vorsichtig", ist Zeuner überzeugt. Denn er rechnet nicht damit, dass der anspringende Konjunkturmotor bei Unternehmen eine größere Investitionsoffensive auslösen wird.

Uneinig sind sich die Fachleute auch bei der Beurteilung der Mindestlohn-Effekte. Während die meisten vorerst nicht mit einem Jobabbau wegen der neuen Regelung rechnen, erwarten andere in der zweiten Jahreshälfte erste Auswirkungen. Allein Ifo-Volkswirt Steffen Henzel sieht schon jetzt spürbare Folgen - nämlich bei geringfügig Beschäftigten. Denn von Januar 2015 auf Dezember 2014 sei die Zahl der Mini-Jobs um 255 000 zurückgegangen - und damit deutlich stärker als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Unterdessen hat die gute Auftragslage vieler deutscher Unternehmen die Nachfrage nach Arbeitskräften zum Frühjahrsbeginn auf eine neue Rekordhöhe steigen lassen. Im März habe es so viele freie Stellen gegeben wie seit mindestens elf Jahren nicht mehr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag. Die Nürnberger Bundesbehörde führt diese Entwicklung auf die "insgesamt positive Grundstimmung sowie die optimistischen Ausblicke der Unternehmen" zurück.

Allerdings spiegele die große Zahl der offenen Stellen nicht nur die gute konjunkturelle Lage wieder, räumt die BA ein. Sie sei auch eine Folge des derzeit häufigeren Stellenwechsels. Dadurch würden viele Stellen frei, von denen manche nicht sofort besetzt werden könnten.

Pressemitteilung der Bundesagentur

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