Bundesanstalt: In diesem Jahr 4,4 Millionen Arbeitslose

- Nürnberg - Angesichts des geringen Wirtschaftswachstums gehen nun auch die Forscher der Bundesanstalt für Arbeit (BA) von einem deutlich stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen aus. Für dieses Jahr erwarten sie im Durchschnitt 4,4 Millionen Erwerbslose, geht aus ihrer veröffentlichten korrigierten Prognose hervor.

 Noch zum Jahresanfang war das zur BA gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von einer um 170 000 niedrigeren Erwerbslosenzahl ausgegangen. Die Wissenschaftler unterstellen dabei ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.<P>Auch bei der Arbeitsmarktentwicklung für das Jahr 2004 bleibt das Institut skeptisch: Statt der ursprünglich prognostizierten durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von vier Millionen erwarten die IAB-Wissenschaftler nun für 2004 "unter günstigen Bedingungen" durchschnittlich rund 4,36 Millionen erwerbslose Frauen und Männer. Voraussetzung sei allerdings ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent.</P><P>"Nach zwei Jahren wirtschaftlicher Stagnation sind die Perspektiven für Konjunktur und Arbeitsmarkt in Deutschland nicht besser geworden. Die Risiken für die Arbeitsmarktentwicklung 2003 sind gegenwärtig größer als noch zum Jahresanfang erwartet", betonen die Wissenschaftler. Mit einer schnellen und kräftigen Belebung des Wirtschaftswachstums sei nicht zu rechnen, zumal die aktive Arbeitsmarktpolitik der Bundesanstalt den Arbeitsmarkt immer weniger entlastet. Vor allem ABM- und Fortbildungsmaßnahmen schrauben Arbeitsämter stark zurück.</P><P>Ohne eine durchgreifende wirtschaftliche Erholung erwarten die IAB-Wissenschaftler auch von der aktuellen Arbeitsmarktreform keine großen Impulse für den Arbeitsmarkt. Nach Berechnungen des IAB wird die Vermittlungsoffensive der Bundesanstalt "zwar Spürbares, im Verhältnis zur gesamten Unterbeschäftigung auch unter günstigen Voraussetzungen nur wenig bewirken", betont das Institut. Auch bei den "Ich-AGs" warnen die unter dem BA-Dach arbeitenden Wissenschaftler vor "überzogenen Erwartungen". Bei den so genannten Personal-Service-Agenturen (PSA) befürchtet das IAB eine Verdrängung konventioneller Jobs.</P>

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