Bundesbank: Aufschwung der deutschen Wirtschaft geht weiter

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Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bundesbank rechnet für die nächsten zwei Jahre mit einer Fortsetzung des Wirtschaftsaufschwungs in Deutschland bei etwas vermindertem Tempo.

Für 2008 und 2009 werde ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um preisbereinigt je 1,9 Prozent prognostiziert nach veranschlagten 2,5 Prozent im laufenden Jahr, schreibt die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht für Dezember. Kalenderbereinigt werden Wachstumsraten von 1,6 Prozent für 2008 und 2,0 Prozent für 2009 erwartet nach 2,6 Prozent im Jahr 2007. Der starke Anstieg der Verbraucherpreise werde sich 2008 fortsetzen. 2009 erwartet die Bundesbank dann eine deutlich niedrigere Teuerungsrate.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem soliden Aufschwung", stellt die Bundesbank fest. Wegen der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten sei im kommenden Jahr zwar mit einer Abschwächung der weltwirtschaftlichen Dynamik zu rechnen. Diese Entwicklung treffe Deutschland aber zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die heimische Wirtschaft "in einer recht robusten Verfassung" befinde. Vieles deute darauf hin, dass die binnenwirtschaftlichen Wachstumskräfte zusehends an Bedeutung gewinnen würden.

Für das letzte Quartal 2007 geht die Bundesbank von einer eher moderaten Expansion aus. Vor allem der Kaufkraftentzug durch die starke Teuerung könnte den privaten Konsum dämpfen. Von der Außenwirtschaft sei eher ein geringer Wachstumsbeitrag zu erwarten. "Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaft daher nur mit mäßigem Schwung in das neue Jahr starten", stellen die Notenbanker fest. Im ersten Halbjahr 2008 werde der Wachstumskurs mit vermindertem Tempo weitergehen. Die private Konsumnachfrage werde sich aber dank der weiter günstigen Arbeitsmarktentwicklung beleben. Ab der zweiten Jahreshälfte könne das BIP deshalb wieder stärker zulegen.

Die Verbraucherpreise dürften nach Einschätzung der Bundesbank im kommenden Jahr zunächst auf hohem Niveau verharren, bevor sich der Preisauftrieb im Jahr 2009 etwas abschwächt. Die Bundesbank geht von einem Anstieg des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von je 2,3 Prozent für 2007 und 2008 und von 1,5 Prozent 2009 aus. Den erwarteten Rückgang der Teuerung im Jahr 2009 knüpft die Bundesbank an die Erwartung einer mittelfristigen Verringerung der Rohölpreise und einem gebremsten Anstieg der Lebensmittelpreise. Auch dürfe die Lohnpolitik den derzeit kräftige Teuerung nicht zum Anlass für kräftige Lohnerhöhungen nehmen ("Zweitrundeneffekte").

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