Bundesbank besorgt über hohen Ölpreis

- Berlin/New York - Der ungebremste Anstieg des Ölpreises dämpft nach Einschätzung der Deutschen Bundesbank die Konjunktur für dieses und für das kommende Jahr. Bleibe der Ölpreis auf dem jetzigen Niveau, seien ein kleiner Abschlag beim Wachstum und der Beschäftigung sowie eine etwas höhere Inflationsrate einzukalkulieren, sagte Bundesbank-Chefvolkswirt Hermann Remsperger der "Welt am Sonntag".

<P>Für 2004 und 2005 rechnet Remsperger mit einer Inflation von weniger als zwei Prozent. Nur wenn das Öl nicht noch teurer werde, "können wir weitgehend bei unseren zuversichtlichen Voraussagen für das Wachstum und die Preise in Deutschland bleiben", sagte der Ökonom.<BR><BR>Auch aus New York gab es keine Entwarnung. Der Preis je Barrel (159 Liter) bewegte sich am Warenterminmarkt Nymex zeitweise auf dem Rekordniveau von 44,77 Dollar. Der immer wieder mit dem hohen Ölpreis in Zusammenhang gebrachte russische Ölkonzern Yukos hatte nach Monaten der Niederlagen im Streit mit den Behörden um Steuernachforderungen erstmals einen wichtigen Sieg vor Gericht errungen. Ein Moskauer Schiedsgericht erklärte die Beschlagnahme des wichtigsten Yukos-Förderbetriebs, Juganskneftegas, durch Gerichtsvollzieher für gesetzeswidrig. Der Schritt vom 14. Juli müsse sofort rückgängig gemacht werden, entschied der Richter. Zur Bedienung der Steuerschuld in Höhe von umgerechnet 2,8 Milliarden Euro sei ein Zwangsverkauf des Förderbetriebs nicht vorrangig.<BR><BR>Der Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA hat sich für eine Intervention der Bundesregierung im Fall des russischen Öl-Konzerns ausgesprochen. "Wir würden es begrüßen, wenn der Bundeskanzler seine guten Beziehungen nach Moskau nutzen und einen Appell an die russische Regierung richten würde", sagte Olaf Wortmann, Konjunkturexperte des VDMA, dem "Tagesspiegel". Der von stark gestiegenen Stahl-, Kunststoff- und Aluminiumpreisen abhängige Maschinenbau spüre auch den hohen Ölpreis, sagte Wortmann.<BR></P>

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