+
Neufahrzeuge von Audi und Daimler auf dem Autoterminal von Bremerhaven: Konjunkturexperten blicken derzeit zuversichtlich in die Zukunft. Foto: Ingo Wagner

Bundesbank erwartet kräftiges Wirtschaftswachstum

Das Brexit-Votum verunsichert die Wirtschaft, die Weltkonjunktur kommt nicht richtig in Schwung. Die deutsche Wirtschaft zeigt sich der Bundesbank zufolge dennoch robust. Im zweiten Quartal dürfte es allerdings eine Delle gegeben haben.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft trotz des Brexit-Votums vorerst weiter auf Wachstumskurs. Dies erklärte die Notenbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

Zwar dürfte die Konjunktur nach dem starken Jahresbeginn im zweiten Vierteljahr eine Verschnaufpause eingelegt haben. "Die konjunkturelle Grundtendenz ist aber weiter recht kräftig, und für das Sommerquartal ist wieder mit einem deutlichen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung zu rechnen". Als Grund für die Zuversicht nannten die Experten die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, steigende Reallöhne und die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Die Auswirkungen des Brexit-Votums auf die deutsche Wirtschaft seien gegenwärtig schwer abzuschätzen, "könnten zumindest kurzfristig aber begrenzt bleiben", erklärte die Notenbank. Großbritannien war im vergangenen Jahr Deutschlands fünftgrößter Handelspartner. Wegen der Unsicherheit nach dem Brexit-Referendum hatten Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für Deutschland gesenkt. Die Notenbank erwartete für das laufende Jahr zuletzt 1,7 Prozent Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP). 2017 sollen es dann 1,4 Prozent sein.

Aus Sicht der Bundesbank spricht auch die anhaltend gute Stimmung der Unternehmen und Haushalte für einen nur zeitweisen Dämpfer im zweiten Quartal. Von April bis Juni dürfte die deutsche Wirtschaft allerdings allenfalls geringfügig gewachsen sein.

Die Industrieproduktion sei hinter das hohe Niveau des ersten Quartals zurückgefallen. Auch vom Einzelhandel seien zuletzt keine Impulse gekommen. Zudem hatte zu Jahresanfang die Bauwirtschaft vom milden Winter profitiert, Projekte wurden vorgezogen. Dieser Effekt entfällt im zweiten Quartal. Stabilisierend wirke dagegen das recht positive Bild bei den Exporten, erklärte die Bundesbank. In den ersten fünf Monaten waren die Ausfuhren "Made in Germany" im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent gestiegen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tesla: Musk übergibt Modelle seines Mittelklassefahrzeugs an Kunden
Der US-Elektroautobauer Tesla hat die ersten 30 Exemplare seines Mittelklassefahrzeugs Model 3 ausgeliefert. Unternehmenschef Elon Musk übergab die Autos am Freitagabend …
Tesla: Musk übergibt Modelle seines Mittelklassefahrzeugs an Kunden
Osteuropäer beklagen Qualität von Westware: Der Nutella-Krieg
Osteuropäische Länder beklagen sich darüber, dass die westeuropäischen Konzerne in den Supermarktregalen in Budapest oder Bratislava Ware mit schlechterer Qualität zum …
Osteuropäer beklagen Qualität von Westware: Der Nutella-Krieg
Sommerschlussverkauf startet am Montag
Der Schlussverkauf hat Tradition. Obwohl die Gesetze längst jederzeit Rabatte zulassen, hält der Handel an der Aktion fest. Denn sie wird von den Kunden noch immer …
Sommerschlussverkauf startet am Montag
Arbeitsmarkt verliert im zweiten Halbjahr an Tempo
Mit so viel Dynamik hatte fast kein Experte gerechnet: Der deutsche Arbeitsmarkt startete rasant ins neue Jahr. Diese Phase könnten nun erst einmal zu Ende gehen - trotz …
Arbeitsmarkt verliert im zweiten Halbjahr an Tempo

Kommentare