Bundesbank hält Ein- und Zwei-Cent-Münzen für verzichtbar

- Frankfurt/Main - Die Bundesbank steht einer Rundungsregel für die Preise im Einzelhandel aufgeschlossen gegenüber, durch die Ein- und Zweicent-Münzen überflüssig würden. «Wir könnten uns eine solche Lösung in Deutschland vorstellen.»

Das sagte Wolfgang Söffner, Zentralbereichsleiter Bargeld bei der Notenbank, dem «Handelsblatt». Die kleinen Münzen seien in der Herstellung wegen ihres Stahlkerns teurer als ihr Nennwert, nachdem der Stahlpreis deutlich gestiegen ist. Söffner zufolge sind sie zudem volkswirtschaftlich teuer, da hohe Transport- und Bearbeitungskosten anfallen.

Als Vorbild könnte die Regelung in den Niederlanden dienen, die zum 1. September in Kraft tritt. Dabei werden nicht die Einzelpreise, sondern nur die Endpreise gerundet. Auch in Belgien prüft derzeit eine Arbeitsgruppe unter Notenbankgouverneur Guy Quaden, ob die Verwendung von Kleingeld wirtschaftlich ist. In Finnland gibt es bereits seit Mitte 2002 ein Rundungsgesetz, das auch für Kartenzahlungen gilt.

Der deutsche Einzelhandel wehrt sich allerdings vehement gegen eine solche Initiative: «Das nach der Teuro-Hysterie gerade erst wiedergewonnene Kundenvertrauen darf nicht schon wieder in Mitleidenschaft gezogen werden», sagte Robert Weitz, Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), dem «Handelsblatt». Die Verbraucher würden Aufrundungen viel stärker registrieren als Abrundungen.

Auch interessant

Kommentare