Bundesbank: 2013 weniger Wachstum als erwartet

Frankfurt/Main - Nach der schwachen Konjunkturentwicklung im Winterhalbjahr traut die Deutsche Bundesbank der deutschen Wirtschaft 2013 nur noch ein Miniwachstum zu.

Zwar hätten sich die konjunkturellen Perspektiven aufgehellt und die deutsche Wirtschaft komme langsam wieder in Schwung. Allerdings stünden strukturelle Verwerfungen in wichtigen Abnehmerländern einer schnellen Belebung im Weg. „Eine ... wichtige Voraussetzung für den von uns unterstellten Wachstumspfad ist eine nachhaltige Belebung der Weltwirtschaft“, sagte Notenbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag bei der Vorlage der Bundesbank-Prognose in Frankfurt.

Wir zahlreiche Institute und Volkswirte zuvor beurteilt nun auch die Bundesbank die Aussichten für die deutsche Wirtschaft ungünstiger als zuletzt. Für 2013 senkte sie ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum auf 0,3 Prozent, vor einem halben Jahr hatte sie noch 0,4 Prozent Wachstum vorhergesagt. Für 2014 erwartet sie ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent - das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Prognose im Dezember. Die Inflationsrate dürfte mit weniger als zwei Prozent moderat bleiben.

Immerhin: Nach den schwachen Wintermonaten, als die kalte Witterung die Wirtschaft bremste, geht die Bundesbank nun von einer konjunkturellen Belebung aus. Die Weltwirtschaft werde im laufenden Jahr wieder Fahrt aufnehmen, und im Euroraum zeichne sich eine Bodenbildung ab. Das ist wichtig für die deutsche Exportwirtschaft und für die Stimmung in den Unternehmen, die in der Krise nur zögerlich investieren.

Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaft im Euroraum nur noch um 0,2 Prozent nach minus 0,6 Prozent im Schlussquartal 2012. „Viel wird davon abhängen, dass sich die wirtschaftliche Lage in den Krisenländern des Euro-Raums stabilisiert, und dort Auftriebskräfte nach und nach die Oberhand gewinnen“, betonte Weidmann.

Deutschlands oberster Geldpolitiker erwartet, dass zumindest die Binnennachfrage die Konjunktur antreiben wird: „Die gute Arbeitsmarktlage, stärker steigende Löhne und eine nachlassende Teuerung stützen in Deutschland ... den privaten Verbrauch.“ Außerdem profitiere der Wohnungsbau von den niedrigen Zinsen, und die gewerblichen Investitionen zögen mit besserer Auslastung der industriellen Kapazitäten langsam wieder an.

Von der Preisfront werden nach Überzeugung der Bundesbank in den kommenden Jahren keine Gefahren für die Konjunktur ausgehen. Die Verbraucherpreise werden demnach auch wegen sinkender Rohölpreise weit unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank von knapp zwei Prozent verharren. Die Experten rechnen für 2013 mit einer Inflationsrate von 1,6 Prozent, für 2014 erwarten sie eine Teuerung von 1,5 Prozent.

dpa

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