Bundesbank warnt wegen Inflation vor zu hohen Lohnabschlüssen

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Hamburg (dpa) - Bundesbank-Präsident Axel Weber hat wegen der Inflationsgefahr vor zu hohen Tarifabschlüssen im kommenden Jahr gewarnt.

"Die aktuellen, außerordentlich hohen Preissteigerungsraten in Deutschland und im Euroraum insgesamt dürfen nicht Messlatte der kommenden Lohnverhandlungen sein", schrieb Weber in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag" (30. Dezember). "Ein Preisschub ausgelöst durch überhöhte Lohnabschlüsse kann die Preisstabilität auf mittlere Sicht gefährden. Dem würden wir im EZB-Rat entschlossen entgegentreten, denn stabiles Geld ist wichtig für die Wirtschaft und unsere Gesellschaft."

"Mit Sorge", so Weber, beobachte die Bundesbank die Preisentwicklung. Erst in der zweiten Jahreshälfte seien sinkende Inflationsraten zu erwarten. "Der durchschnittliche Warenkorb dürfte 2008 um 2,3 Prozent teurer werden. Verantwortlich dafür sind vor allem Energie- und Nahrungsmittelpreise. Dies setzt allerdings Lohnabschlüsse mit Augenmaß voraus", schrieb Weber.

Im kommenden Jahr erwartet Weber für Deutschland "weiter einen soliden Aufschwung". "Wir rechnen in der Bundesbank für 2008 mit einem Wachstum von 1,9 Prozent. Exporte und Investitionen bleiben die Wachstumsstützen". Nach Einschätzung Webers dürfte auch der private Konsum an Schwung gewinnen, da mittlerweile mehr Menschen einen Arbeitsplatz gefunden hätten. "Die Strukturreformen am Arbeitsmarkt und die bislang maßvolle Lohnentwicklung tragen deutliche Früchte." Die Bundesbank gehe davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2008 weiter auf rund 3,5 Millionen sinken könne.

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