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Bundesbankpräsident Axel Weber macht sich Sorgen um die Finanzlage in Griechenland.

Bundesbankpräsident fordert Athen zum Handeln auf

Frankfurt/Main - Bundesbankpräsident Axel Weber hat die griechische Regierung mit Blick auf die gesunkene Kreditwürdigkeit des Landes zum Handeln aufgefordert. “Der Ball liegt jetzt im Feld der griechischen Regierung“, sagte Weber.

Zu den Problemen in Athen äußerte sich Weber, der auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) vertreten ist, am Dienstagabend vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). “Es ist jetzt eine klare Strategie zum Abbau des Haushaltsdefizits gefordert.“

Am Dienstag hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf BBB+ von A- herabgestuft. Bereits am Montag hatte die Ratingagentur S&P davor gewarnt, dass die Bonitätsnote A- akut gefährdet sei.

Weber zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das Land bei entsprechenden Anstrengungen bis Anfang 2011 wieder zumindest ein A- Rating erreichen könnte. “Die relativ hohe Inflationsrate in den vergangenen Jahren hat die Wettbewerbsfähigkeit des Landes beeinträchtigt“, sagte Weber. “Daher ist neben der Sparpolitik der Regierung auch eine zurückhaltende Lohnpolitik notwendig.“ Das Land habe sich in der Vergangenheit eine zu hohen Konsum gegönnt. “Griechenland steht vor einen langwierigen und schmerzhaften Prozess“, sagte Weber.

Ein A- Rating war lange Zeit die Mindestanforderung, damit ein Land seine Anleihen als Sicherheit bei der EZB hinterlegen konnte. Wegen der Finanzkrise hat die EZB diese Grenze jedoch bis Ende 2010 auf BBB- gesenkt. Sollte ab 2011 die alte Grenze wieder gelten, könnte die Refinanzierung für Griechenland schwierig werden.

dpa

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