Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt
+
Das Bundeskartellamt verhängte kein Bußgeld. Foto: Oliver Berg

Bundeskartellamt: Post hat Marktmacht missbräuchlich ausgenutzt

Das Bundeskartellamt will für mehr Wettbewerb beim Geschäft mit Briefen sorgen. Durch besonders günstige Preise für Großkunden soll die Post ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht haben. Die Praxis wurde mittlerweile jedoch eingestellt.

Bonn (dpa) - Ohrfeige für die Deutsche Post: Das Bundeskartellamt wirft dem Unternehmen vor, in der Vergangenheit seine marktbeherrschende Stellung im Bereich Briefdienstleistungen missbräuchlich ausgenutzt und dadurch Wettbewerber behindert zu haben.

Das teilte das Bundeskartellamt zum Abschluss eines Missbrauchsverfahren in Bonn mit. Die Post habe mit Großkunden Briefpreise und Treuerabatte vereinbart, die es anderen Briefdienstleistern unmöglich machten, ein wettbewerbsfähiges Angebot zu unterbreiten. Mittlerweile habe das Unternehmen die kritisierten Maßnahmen jedoch eingestellt. Im Laufe des Verfahrens hatte das Bundeskartellamt zuvor eine Abmahnung gegen das Unternehmen ausgesprochen. Ein Bußgeld wurde nicht verhängt.

Eine derartige Marktabschottung verhindere, dass der Wettbewerb in Gang komme, kritisierte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Der Bundesverband Briefdienste begrüßte die Entscheidung. "Das Bundeskartellamt hat dem wettbewerbsbehindernden Preisdumping der Deutschen Post einen weiteren Riegel vorgeschoben", sagte Verbandschef Walther Otremba laut Mitteilung. In dem Bundesverband haben sich mehrere Post-Konkurrenten zusammengeschlossen.

Ein Post-Sprecher kündigte an, dass das Unternehmen nun eine mögliche Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf prüfen werde. Der Konzern habe seine Geschäftsprozesse inzwischen umgestellt, die beanstandeten Fälle stammten aus der Zeit bis Ende 2013. Grundsätzlich bestreite das Unternehmen jedoch die Vorwürfe.

Mitteilung Kartellamt

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Streit um Strafzinsen für Kleinsparer geht wohl vor Gericht
Eines ist klar: Wer mit seinem Girokonto im Minus ist, zahlt Zinsen an die Bank. Wer im Plus ist, bitteschön auch - so zumindest konnte man einen umstrittenen …
Streit um Strafzinsen für Kleinsparer geht wohl vor Gericht
Hersteller ruft Ketchup zurück - wegen unerwünschter Zutat
Ärgerliches Verlustgeschäft: Der Hersteller Wertkreis Gütersloh musste einen über die Kette TEMMA vertriebenen Ketchup zurückrufen, weil er geringe Mengen eines anderen …
Hersteller ruft Ketchup zurück - wegen unerwünschter Zutat
Dax schwächelt erneut - Euro-Auftrieb belastet
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat erneut nachgegeben. Dabei passte sich der deutsche Leitindex den gesamten Tag über dem Auf und Ab des Euro an, der letztlich wieder …
Dax schwächelt erneut - Euro-Auftrieb belastet
BMW und Audi wollen Hunderttausende Diesel umrüsten
Fast sechs Millionen Euro-5-Diesel sind in Deutschland unterwegs. Auf Druck der bayerischen Landesregierung erklären sich BMW und Audi nun bereit, Hunderttausende Autos …
BMW und Audi wollen Hunderttausende Diesel umrüsten

Kommentare