Bundeskartellamt: Verfahren gegen Gasversorger

- Bonn - Das Bundeskartellamt will noch vor Weihnachten gegen mehrere Gasversorger wegen des Verdachts überhöhter Preise für Privathaushalte vorgehen. Einzelheiten dazu werde Kartellamtspräsident Ulf Böge am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt geben, teilte eine Sprecherin am Montag auf Anfrage mit. Dem Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe) hatte Böge gesagt, sein Amt werde noch in dieser Woche die Einleitung eines formellen Missbrauchsverfahrens gegen einige Unternehmen verkünden.

Das Kartellamt habe vorrangig Firmen im Visier, die überdurchschnittlich hohe Preise verlangten. "Es besteht unter anderem der Verdacht, dass zwar Ölpreisanstiege weitergegeben wurden, nicht aber Preissenkungen", sagte Böge der Zeitung.<BR><BR>Der Bund der Energieverbraucher begrüßte die Ankündigung Böges. Er sehe sich in seiner Vermutung bestätigt, dass die Gaspreiserhöhungen unbegründet seien, sagte der Vorsitzende des Bundes, Aribert Peters. Das Bundeskartellamt sei aber nur für die wenigen Gasversorger zuständig, die über die Landesgrenzen hinweg lieferten. Er erwarte nun, dass auch die Landeskartellbehörden tätig würden.<BR><BR>Der Kartellamtschef kann die Proteste der Verbraucher gegen die jüngsten Gaspreiserhöhungen nachvollziehen. "Ich habe Verständnis für die Verbraucher, weil sie nicht richtig informiert werden. Die Konzerne teilen ihnen nur mit, dass Gas auf Grund der gestiegenen Ölpreise teurer wird. Gleichzeitig erfahren die Bürger, dass die Gasimportpreise sinken. Diese Widersprüche verärgern die Kunden und sorgen für berechtigtes Misstrauen." Der Verbraucher habe keine Möglichkeit zu überprüfen, wie sein Bezugspreis zu Stande kommt. "Hier herrscht völlige Intransparenz", kritisierte Böge.<BR><BR>Gewinner der jüngsten Gaspreisanstiege sind laut Böge in erster Linie die Gasförderländer wie Russland, Norwegen, Holland und Großbritannien sowie auch Gasförderunternehmen in Deutschland. "Verlierer sind die Verbraucher", sagte der Kartellamtschef.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bestellstopp! Edeka schmeißt über 160 beliebte Produkte aus dem Sortiment 
160 bekannte Markenprodukte soll es demnächst nicht mehr bei Edeka geben. Der Supermarkt-Konzern bestellt sie nicht mehr nach - und verfolgt damit eine ganz bestimmte …
Bestellstopp! Edeka schmeißt über 160 beliebte Produkte aus dem Sortiment 
Korruptionsverdacht: Lettlands Zentralbankchef festgenommen
Riga (dpa) - Nach seiner Festnahme wird Lettlands Zentralbankchef  Ilmars Rimsevics von führenden Politikern des baltischen Euro-Landes …
Korruptionsverdacht: Lettlands Zentralbankchef festgenommen
Dax-Erholung geht der Schwung aus
Frankfurt/Main (dpa) - Die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt ist ins Stocken geraten. Der Leitindex Dax konnte seine anfänglichen Gewinne nicht behaupten, eine …
Dax-Erholung geht der Schwung aus
Der Siegeszug der Eigenmarken geht weiter
Mit ihren Eigenmarken sichern sich die Handelsketten einen immer größeren Anteil des Marktes. Bekannten Markenartikel von Firmen wie Dr. Oetker oder Henkel macht das …
Der Siegeszug der Eigenmarken geht weiter

Kommentare