Bundeskartellamt will Edeka/Tengelmann-Fusion untersagen

Bonn - Das Bundeskartellamt will die beabsichtigte Übernahme der Discountkette Plus durch die Edeka-Gruppe untersagen.

"Nach derzeitiger Auffassung des Bundeskartellamtes wird Edeka nach dem Zusammenschluss über eine überragende Marktstellung verfügen", teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Daher sei beabsichtigt, das Vorhaben zu untersagen. Edeka und der bisherige Plus-Eigentümer Tengelmann gaben sich dennoch zuversichtlich, die Bedenken der Wettbewerbshüter in den nächsten Wochen ausräumen zu können. Bis zum 17. April haben sie Gelegenheit, gegen die Abmahnung der Behörde Stellung zu nehmen.

Edeka würde nicht nur einen nach dem Vertriebskonzept engen Wettbewerber übernehmen, sondern auch die regionale und bundesweite Marktabdeckung deutlich ausbauen, argumentierte das Kartellamt. Zudem hätten Edeka und Tengelmann eine Kooperation beim Einkauf für ihr jeweiliges Supermarktgeschäft vereinbart, argumentiert die Behörde.

Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel entfielen derzeit 90 Prozent des inländischen Marktvolumens auf Edeka, die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland), Aldi, REWE, METRO und Tengelmann. Marktführer sei Edeka mit einem Anteil von 25 Prozent. Diese Position stellt nach Auffassung des Kartellamtes auch bei regionaler Marktbetrachtung heute schon ein Flächenproblem dar, das sich durch den Zusammenschluss weiter verschärft.

Auch beim Einkauf würde der Zusammenschluss die ohnehin schon bestehende hohe Marktkonzentration verschärfen und zu noch größeren Abhängigkeiten der Lieferanten führen, heißt es in Stellungnahme der Behörde. "Der Ausbau der Machtposition der Edeka auf den Beschaffungsmärkten würde auch ihre Marktstellung auf den Absatzmärkten weiter stärken, zumal Edeka die Standorte von der zu übernehmenden Plus weitestgehend auf das - wirtschaftlich erfolgreichere - Netto-Markendiscount-Konzept umstellen will."

Die Verfahrensbeteiligten können bis zum 17. April zu der Abmahnung Stellung nehmen. Die Untersagungsfrist endet am 28. April.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Wie kommt mehr Frachtverkehr von den überlasteten Autobahnen auf die umweltfreundlicheren Bahnschienen? Der Bund gibt nun einen finanziellen Impuls.
Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder
Vor zehn Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Seitdem scheint es vor allem für Mütter attraktiver geworden zu sein, in Elternzeit zu gehen. Arbeitgeber und …
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder
Commerzbank nimmt Verlust für raschen Stellenabbau in Kauf
Europas Banken stehen unter massivem Druck und bauen Zehntausende Stellen ab. Die Commerzbank kommt bei ihrem eigenen Abbauprogramm schneller voran als gedacht. Doch das …
Commerzbank nimmt Verlust für raschen Stellenabbau in Kauf
Verbraucher berichten über Probleme mit Kontonummer IBAN
Bad Homburg (dpa) - Bei der Wettbewerbszentrale beschweren sich immer wieder Verbraucher über Probleme mit der neuen internationalen Kontonummer IBAN. Drei bis fünf …
Verbraucher berichten über Probleme mit Kontonummer IBAN

Kommentare