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Das EU-Hauptquartier in Brüssel.

Ab 2020

Bundesländer sollen ein Fünftel weniger Geld von EU bekommen

Deutschland soll nach 2020 weniger Geld von der EU bekommen. Schuld dafür ist unter anderem der bevorstehende Brexit.

Straßburg - Deutschland soll nach 2020 rund ein Fünftel weniger Geld aus den europäischen Struktur- und Investitionsfonds bekommen als heute. Nach am Dienstag vorgelegten Plänen der EU-Kommission würden für den Zeitraum 2021 bis Ende 2027 nur noch 15,7 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Im aktuellen Finanzrahmen von 2014-2020 sind es nach Vergleichszahlen noch 19,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich würde es damit 21 Prozent weniger EU-Geld für Projekte geben, die zum Beispiel Langzeitarbeitslose unterstützen oder die Nutzung erneuerbarer Energien fördern.

EU-Vizekommissionspräsident Jyrki Katainen erklärte die geplanten Kürzungen unter anderem mit dem bevorstehenden EU-Austritt des großen Nettozahlers Großbritannien.

Auch Aufnahme von Migranten spielt Rolle bei der Mittelvergabe

Kommissarin Corina Cretu machte zudem deutlich, dass die 16 deutschen Bundesländer nach dem Vorschlag noch höhere Kürzungen hätten befürchten müssen, wenn Deutschland nicht so viele Migranten aufnehmen würde. Nach Angaben von Cretu soll dies nämlich künftig bei der Mittelvergabe eine Rolle spielen, ebenso wie zum Beispiel die Höhe der Jugendarbeitslosigkeit.

Die höchsten Kürzungen haben nach den EU-Zahlen Länder wie Polen (minus 23 Prozent) und Ungarn zu befürchten (minus 24 Prozent). Zur Gruppe der Staaten, die mehr Geld bekommen sollen, zählt Italien (plus 6 Prozent).

Über die Vorschläge der Kommission werden in den kommenden Monaten Vertreter der EU-Staaten beraten. Sie sind Teil der EU-Finanzplanung für das kommende Jahrzehnt. Die Verhandlungen unter den Mitgliedstaaten dürften etliche Monate dauern, wenn nicht sogar noch deutlich länger. Dann muss auch noch das Europaparlament zustimmen.

dpa

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