Bundesliga schauen via Internet: Telekom ist noch nicht auf Draht

- München - Die Zukunft des Fernsehens kommt nicht aus den Startlöchern. Geplant war der Start des TVs über Internet eigentlich zum Beginn der Fußballbundesliga in einer Woche. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Pioniere haben es nicht leicht. Insbesondere gilt das für solche, die sich als Kunde das Zukunftsfernsehen-Namens Internet-TV ins Haus holen wollen. Seit Mittwoch vergangener Woche können Interessenten den neuen Weg des Schauens über die Deutsche Telekom abonnieren, hat Telekom-Vorstand Walter Raizner versprochen, jede Möglichkeit zeitlicher Verzögerung entrüstet verneint und als Köder in Kooperation mit dem Bezahlsender Premiere Bundesliga-Fußball live per Internet ausgelegt.

Wer anbeißen will, muss allerdings darauf vertrauen, dass die Telekom auf Draht ist. Denn die Bundesliga startet am 11. August.

Der Weg in die Zukunft beginnt aus Interessentensicht zum Beispiel bei einer Telekom-Hotline, bei der man erfährt, dass es für Internet-TV und Bundesliga eine eigene Hotline und für Details eine Seite im Internet gibt.

Zu erfahren ist im Netz aber nur, dass man eine superschnelle VDSL-Leitung und allerlei technisches Zusatzgerät zum Empfang des Zukunftsfernsehens braucht. Was es kostet, steht dort nicht und auch nicht, ob der eigene Telefonanschluss überhaupt TV-fähig gemacht werden kann. Denn das ist nur teilweise in zehn heimischen Metropolen möglich.

Freundliche Mitarbeiter mit wenig Ahnung

Also doch die spezielle TV-Hotline. Der Telefonist dort kann auch schnell die frohe Botschaft überbringen, dass der immer noch interessierte Kunde im Anschlussgebiet liegt und somit zukunftsfähig gemacht werden kann. Über Preise weiß er allerdings nichts und auch nicht, welche Programme man denn ab wann außer der Bundesliga via Internet empfangen kann. "Gehen Sie doch in einen der T-Punkt-Läden", schlägt er vor.

Gute Idee, würden die Mitarbeiter im Telekom-Shop bei Fragen nach Internet-TV nicht so hilflos dreinblicken. "Wir wissen noch nichts", meint einer von ihnen reumütig und präsentiert eine Telefonnummer, unter der man alle Details erfragen kann.

Diese Nummer kommt dem weiter interessierten, aber langsam genervten Kunden bekannt vor. Aber der letzte Anruf dort war ja immerhin vor 24 Stunden.

"Tut mir leid, unsere Mitarbeiter werden zu dem Thema noch geschult", sagt eine Stimme freundlich. Die Preise habe man jedoch gerade bekommen. Für einen VDSL-Anschluss gebe es drei Geschwindigkeits- und Tarifvarianten: 30, 35 und 40 Euro monatlich koste das und zusätzlich zehn Euro für beliebigen Datentransfer per Flatrate.

Aber zu Programmen über Premiere hinaus könne man immer noch nichts sagen. Und es sei nicht geplant, Internet-TV zum Beispiel in den Telekom-Läden zu demonstrieren.

Die Not treibt den langsam weniger interessierten Kunden zum Telekom-Partner Premiere. Da gibt es zwar keine Hotline, aber eine ebenfalls mit freundlichen Damen besetzte Pressestelle.

Ja, habe man leider auch schon gehört, dass bei der Telekom nicht alles zeitgerecht passt. Doch, sei schon klar, dass der Bundesligastart unmittelbar vor der Tür steht. Aber alle weiteren Auskünfte seien Sache der Telekom. Ob die Hotline dort wieder etwas Neues weiß?

Leider nicht, sagt ein netter Berater. Als Interessent solle man seine Telefonnummer angeben, ein Rückruf würde alle offenen Fragen klären. Ob dann noch alles bis 11. August steht, könne er leider nicht garantieren. Aber vielen Dank für das Interesse. Das ist allerdings gerade am Erlöschen.

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