Bundesregierung bekennt sich zu Mehdorn

- Frankfurt - Die Bundesregierung steht ungeachtet der anhaltenden Kritik an Bahn-Chef Hartmut Mehdorn weiter hinter dem Manager. Sowohl Verkehrsminister Manfred Stolpe als auch Wirtschaftsminister Wolfgang Clement gaben ihm nun Rückendeckung. Auch der Chef der Bahngewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, bekannte sich zu Mehdorn. Dagegen wurden von Bundestagsabgeordneten aus Koalition und Opposition neue Rücktrittsforderungen laut.

<P>Die "Welt am Samstag" meldete, Mehdorn habe für heute eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen. Bahn-Sprecher Werner Klingberg wollte dies nicht bestätigen, sagte aber, Sondersitzungen der Bahnführung während der Planungsphase des Unternehmens im Herbst seien nichts Ungewöhnliches. Dem Zeitungsbericht zufolge soll der Bahn-Vorstand zwei Tage vor Mehdorns Auftritt in einer Sondersitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses eine überzeugende Strategie dafür vorbereiten, dass der verschobene Börsengang des Unternehmens bis 2008 doch noch erreicht werden kann.</P><P>Verkehrsminister Stolpe wollte sich allerdings nicht auf diesen Termin festlegen. "Niemand jagt uns. Das könnte 2008 passieren, das Datum ist aber kein Dogma", sagte der SPD-Politiker "Bild am Sonntag". Stolpe nannte Mehdorn einen "erfolgreichen deutschen Unternehmer", der aus der Bahn ein Wirtschaftsunternehmen gemacht habe, "das auf dem Weg ist, schwarze Zahlen zu schreiben". Er habe keinen Grund, dem Vorstandschef der Bahn das Vertrauen zu entziehen. Die geplante Preiserhöhung nannte Stolpe aber eine "mutige Entscheidung". Er könne nur hoffen, dass der Bahn nicht die Kunden davonliefen, sagte er.</P><P>Ein Sprecher der Bundesregierung dementierte eine Meldung der "Bild"-Zeitung, wonach intern bereits nach einem Nachfolger für Mehdorn gesucht werde. Als möglicher Kandidat war dabei der ehemalige Chef der Frankfurter Metallgesellschaft, Kajo Neukirchen, genannt worden. Wirtschaftsminister Clement bekannte sich ebenfalls mit Nachdruck zum Bahn-Chef. "Ich finde den konsequenten Weg der Privatisierung der Bahn, den Herr Mehdorn mit beeindruckender unternehmerischer Tatkraft eingeschlagen hat, jedenfalls richtig und notwendig", sagte er der "Welt am Sonntag".</P>

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