Bundesinnenminister Horst Seehofer mit Mundnasenschutz und einer Mappe in der Hand im September 2021 in der wöchentlichen Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt in Berlin.
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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) setzte in den vergangenen vier Jahren offenbar besonders auf Berater.

Linke spricht von „verheerender Bilanz“

GroKo gibt mehr als eine Milliarde Euro für Berater aus – Seehofer-Ministerium am teuersten

Die meisten entfielen dabei auf die Ministerien unter Innenminister Horst Seehofer und Verkehrsminister Andreas Scheuer, beide CSU-Politiker.

Berlin - Mehr als eine Milliarde Euro hat die Bundesregierung hat aktuellen Legislaturperiode für externe Beratung ausgegeben. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn hervor. Zwischen Ende Oktober 2017 und Ende Juli 2021 beliefen sich die Ausgaben der Ministerien und deren Behörden auf 1,072 Milliarden Euro, berichten die Nachrichtenagenturen AFP und dpa.

Nach den zum Teil vorläufigen Zahlen entfielen demnach rund 493 Millionen Euro auf das Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer (CSU), danach folgten das Verkehrsministerium unter Andreas Scheuer (CSU) mit knapp 197 Millionen Euro und das Finanzministerium unter Olaf Scholz (SPD) mit knapp 122 Millionen Euro.

Die geringsten Ausgaben verzeichneten das Arbeitsministerium unter Hubertus Heil (SPD) mit 2,5 Millionen Euro und das Bundeskanzleramt mit 3,3 Millionen Euro.

Beraterkosten für die GroKo unter Merkel: Linke spricht von „verheerender Bilanz“

Das Engagement von Unternehmensberatern und anderen Experten von außen durch die Bundesregierung ist hochumstritten. Kritiker meinen, dass der Einkauf von Sachverstand zu teuer und angesichts der Tausenden Mitarbeiter in den Ministerien auch nicht zwingend notwendig sei. Zudem wird zu großer Einfluss auf die Regierungsarbeit befürchtet.

Befürworter versprechen sich dagegen in ganz unterschiedlichen Bereichen einen Mehrwert durch den Blick von außen oder setzen Experten für Spezialaufgaben ein, für die keine festen Mitarbeiter benötigt werden. Das kann zum Beispiel für Aufgaben im IT-Bereich gelten.

Höhn attestierte der Regierung von CDU/CSU und SPD eine „verheerende Bilanz“ bei den Beraterausgaben zum Ende der Legislaturperiode. „Die nächste Bundesregierung muss endlich vollständige Transparenz über die Tätigkeit dieser Unternehmen in den Ministerien und Behörden herstellen und deren Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse massiv zurückfahren“, forderte er.(AFP/dpa/frs)

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