Bundesregierung drängt Banken zur Fusion

- München - Das Murmeln in der Milliardenbranche hält an. "Heuer passiert was", heißt es in Bankenkreisen. Eine oder mehrere Fusionen der großen deutschen Institute sind wahrscheinlich - oder eine Übernahme durch ausländische Riesen. Erstmals schaltet sich nun die Bundesregierung offen ein.

<P>Caio Koch-Weser, seit fünf Jahren Finanz-Staatssekretär der rot-grünen Bundesregierung, forderte die deutsche Kreditwirtschaft auf, den lange verzögerten Konzentrations- und Fusionsprozess jetzt in Angriff zu nehmen: "Das Zeitfenster ist begrenzt." Es müssten dringend Fortschritte gemacht werden. In anderen wichtigen Ländern sei die Umstrukturierung bereits weiter vorangekommen. Eile sei auch deshalb geboten, weil mehrere ausländische Großbanken an der Übernahme deutscher Institute interessiert seien.</P><P>Aus Koch-Wesers Sicht ist prinzipiell zwar nichts gegen grenzüberschreitende Fusionen einzuwenden, aber es sei auch für Deutschland wichtig, eigene Global Player zu haben. Nach seiner Meinung müssten sich die großen privaten Geschäftsbanken konsolidieren, zum anderen die öffentlich-rechtlichen Landesbanken ihren Konzentrationsprozess beschleunigen, weil Mitte 2005 die Staatshaftung wegfallen wird.</P><P>Es ist ja nicht so, dass die Institute nicht wollten. Der Chef der HypoVereinsbank, Dieter Rampl, soll sogar im Florida-Urlaub eine Abordnung der Commerzbank empfangen haben. Bis zu echten Fusionsverhandlungen dauert es aber noch. Rampl sagte der "Börsen-Zeitung", er halte heuer größere Zusammenschlüsse in Europa für möglich. Doch lasse er sich zeitlich nicht unter Druck setzen.</P><P>Rampl hatte zuvor auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Spekulationen über eine Fusion mit der Commerzbank Auftrieb gegeben: "Wir sprechen natürlich auch mit der Commerzbank." Bei der Beurteilung einer Fusionsofferte spiele eine entscheidende Rolle, welche Bedeutung der Bank und ihren Mitarbeitern zukomme. "Wen die HVB nur wegen Österreich und Osteuropa interessiert, der hat bei uns wohl kaum eine Chance."</P><P>Er signalisierte Bereitschaft, auch an der Konsolidierung in Osteuropa aktiv mitzuwirken. Generell könnten sich dort zwei Banken zusammenschließen, ohne ihre heimischen Märkte einzubeziehen: "Beide Partner würden dann ihre jeweiligen Aktivitäten in Osteuropa in eine gemeinsame Osteuropa-Holding einbringen."</P>

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