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Elektroauto an einer Stromtankstelle. Foto: Lino Mirgeler

Quote im Gespräch

EU will Schub für E-Autos und Batterieherstellung

E-Autos haben sich bisher nicht im Massenmarkt durchgesetzt - doch bis 2025 soll sich das nach Einschätzung von Experten dramatisch ändern. Entscheidend dafür: leistungsfähige Batterien, möglichst "Made in Germany" - wenn es nach der Bundesregierung geht.

Brüssel (dpa) - Die EU plant den großen Schub für Elektroautos und die dafür nötigen Batterien - und Deutschland will kräftig mitmischen.

Bei einem "Batteriegipfel" in Brüssel vereinbarte EU-Kommissar Maros Sefcovic mit dem deutschen Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig und Vertretern anderer EU-Länder, bis Februar eine gemeinsame Strategie auszuarbeiten. Schon im November will Sefcovic ehrgeizige Pläne für saubere Fahrzeuge vorlegen. Dazu zählt nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auch eine Quote für Elektroautos.

Demnach sollen 2030 mindestens 15 Prozent aller Neuwagen in Europa mit einem Elektromotor oder anderen emissionsfreien Antrieben ausgestattet sein, wie die Zeitung berichtet. Sefcovic bestätigte dies nach dem "Batteriegipfel" aber noch nicht. Man prüfe mehrere Optionen, sagte er - darunter verpflichtende Vorgaben ebenso wie ein System, bei dem Hersteller Pluspunkte bekommen, wenn sie Fahrzeuge mit wenig oder gar keinen Emissionen auf den Markt bringen. Sefcovic sagte aber auch, Studien gingen von einem Anteil von 25 Prozent Elektrofahrzeugen bereits 2025 aus.

Er verwies auf die ungeheuren Marktchancen allein in der Ausstattung mit Batterien für so viele Elektroautos. Man gehe von einem Markt für 250 Milliarden Euro im Jahr 2025 aus und von vier bis fünf Millionen möglicher Jobs. "Ich bin nicht bereit, diesen lukrativen Markt unseren Wettbewerbern zu überlassen", sagte Sefcovic.

Nötig sei aber ein europäischer Ansatz - ähnlich wie in der Luftfahrtindustrie in den 1960er Jahren. Es gebe breite Unterstützung für eine "Batterie-Allianz" und den Aufbau einer Wertschöpfungskette in Europa. Sefcovic verwies darauf, dass die EU 2,2 Milliarden Euro unter anderem für Forschung an Batterietechnik und E-Mobilität bereit halte.

Staatssekretär Machnig (SPD) forderte konkrete Schritte und eine klare Strategie, da Europa bereits spät dran sei. Gebraucht würden genaue Vorgaben für den Kohlendioxid-Ausstoß von Autos, aber auch finanzielle Unterstützung für private Investitionen. Bei dem "Batteriegipfel" hätten einige deutsche Unternehmen am Tisch gesessen, die sich beteiligen wollten.

Schon vor dem Treffen hatte Machnig gesagt: "Für die Zukunft der Elektromobilität ist die Batteriezellfertigung und die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung in Deutschland und Europa ein bedeutendes wirtschafts- und industriepolitisches Thema."

Die nötigen Investitionen sind beträchtlich, viele Autokonzerne verfolgen entsprechende Planungen mit Hochdruck. Bei VW etwa fließen Milliarden in die E-Mobilität, neben der beschlossenen Forschung an Batteriezellen hat das Motorenwerk Salzgitter gute Chancen auf eine eigene Zellfertigung. Daimler will die Zellen vorerst nicht selbst herstellen, sondern nur zu fertigen Batterien zusammensetzen.

Die Gewerkschaft IG BCE will sich für einen europäischen Strukturfonds zum Thema einsetzen, der Investitionshilfen gewähren könnte, wie Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis in Hannover sagte. Nötig seien Investitionen in Batterie- und Zelltechnik, Stromspeicher und Stromnetze. In der Autobranche stehe die gesamte Wertschöpfungskette auf dem Prüfstand, das betreffe allein bei der IG BCE bis zu 200 000 Beschäftigte aus Zulieferbetrieben.

Hintergrundinformationen aus dem "Manager Magazin"

Sefcovic in der "Financial Times"

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