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Mit dem "ä" zum bundesweiten Erfolg

München - Von einer Münchner Schülerzeitung zur bundesweiten Millionen-Auflage. Mit seinen "Häfften" wirbelt Verlags-Chef Andreas Reiter die staubige Schreibwaren-Branche auf.

Ab morgen sind sie wieder im Dauereinsatz, werden beschrieben, bemalt, verziert und helfen, über so manch zähe Unterrichtsstunde hinwegzukommen. Zu Hunderttausenden liegen die "Häffte" zum Schulstart in den Schulränzen.

Die Hausaufgabenhefte mit dem "ä" und "Doppel-f" im Namen und der besonderen Aufmachung sind Kult - zumindest in Bayern. "Wir haben ein starkes Süd-Nord-Gefälle", sagt Geschäftsführer Andreas Reiter.

Zwar sei einer Umfrage zufolge bereits jedem zweiten Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren das "Häfft" ein Begriff, trotzdem verkaufe sich der Klassiker, das Schüler-Hausaufgaben-Häfft, vor allem im Freistaat. "Hier ist die Verwendung eines Hausaufgabenheftes bis zur 10. Klasse vorgeschrieben", erklärt Reiter. In Schleswig-Holstein dagegen kenne man das in dieser Form gar nicht.

Dennoch ist die Deutschlandkarte im Büro von Andreas Reiter dicht bespickt. Sein "Häfft-Verlag" liefert mittlerweile bundesweit. Neben den Hausaufgaben- auch Vokabelhefte in der bekannten Comic-Aufmachung - und deren Verkauf sei bundesweit konstant, so Reiter. Genaue Zahlen will er nicht nennen, doch allein für das "Hausaufgaben-Häfft" rechnet er in diesem Schuljahr mit einer verkauften Auflage von bis zu 800 000 Stück. Gedruckt werden eine Million.

"Wir haben eine unglaublich breite Zielgruppe"" sagt der Geschäftsführer, "unsere Häffte werden sowohl in der 5. als auch in der 13. Klasse hergenommen".

Selbst Lehrer und Eltern würden in der Regel positiv auf die bunten Hefte reagieren, "weil die Schüler unser Produkt annehmen und gerne damit arbeiten", weiß Reiter und davon würden schließlich alle profitieren.

Dass in den Häfften nicht nur Termine und Hausaufgaben eingetragen werden können, sondern mit den Comic-Figuren Brot & Schwein des Münchner Künstlers Werner Härtl - oder Weeh78, so sein Künstlername ­, durchaus Unterhaltungswert haben, stört wenig. Ebenso die Extra-Inhalte mit kuriosem Wissen, Noten-Listen, Abfrage-Tabellen und dem beliebten Käse-Kästchen oder Schiffe-Versenken. "Nur in der Grundschule wird der Schreibfehler im Namen ungern gesehen", sagt Reiter. Deshalb sind die Grundschulhefte ohne "Häfft"-Logo.

Vor 17 Jahren brachten Andreas Reiter und Stefan Klingenberg - der mittlerweile die Vermarktung von Berlin aus tätigt - das erste Heft auf den Markt und verkauften es rund 400 Mal. Von da an ging es für die beiden ehemaligen Schülerzeitungsmacher steil nach oben. "Das Häfft ist einfach beliebt bei den Schülern", meint Reiter, "wir steigern die Zahlen Jahr für Jahr." Mittlerweile sei man so durchaus in der Gewinnzone angelangt.

Und mit dem Erfolg kamen auch die Nachahmer. "Es ist schon witzig zu sehen, wie auch namenhaft Firmen uns eins zu eins kopieren", sagt Reiter und schmunzelt. Ärasgerlich sei es nicht wirklich, er fühle sich eher geschmeichelt, schließlich seien wirkliche Innovationen auf dem Schreibwarenmarkt selten.

"Die großen Firmen verstehen nicht, wie das Häfft funktioniert", ist sich der Verlagschef sicher, und dieses Nebulöse sei durchaus ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz. "Und wenn man dann sieht, dass bestimmte Elemente von uns zum Standard werden, dann bekommt man das Gefühl, den Markt zu verändern", erzählt Reiter und das habe durchaus seinen Reiz.

Das Hausaufgabenhäfft:

Preis 3,49 Euro

Format: DIN A5, 176 Seiten

ISBN: 9783 866790 18 6

Nutzungsdauer: 12 Monate

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