Mit Bundeswertpapieren profitieren

München - Bundeswertpapiere sind seit langem eine beliebte Form der Geldanlage. Die Abgeltungssteuer wird sich auch auf diese Papiere auswirken ­ teilweise positiv. Wir erklären, was Anleger beachten sollten.

Serie Abgeltungssteuer: Geldanlagen im Vergleich

Da der Bund diese Wertpapiere ausgibt, gelten sie als sehr sicher. Und die Produktvielfalt macht es Investoren leicht, eine maßgeschneiderte Anlage zu finden. Wer Bundeswertpapiere im Bundesschuldbuch verwahrt, kann sich zudem noch die Depotgebühren sparen. Welche Folgen die Abgeltungssteuer für die Anleger hat, hängt vom jeweiligen Papier ab. Bundesobligationen

Bei Neuauflage haben Bundesobligationen eine Laufzeit von fünf Jahren und können bereits ab einem Gegenwert von 100 Euro erworben werden. Die Verzinsung erfolgt ein Mal jährlich und richtet sich nach dem derzeit gültigen Marktzins. Die Rendite der im Mai 2008 aufgelegten Serie liegt bei 4,5 Prozent. Bundesobligationen können jederzeit zum aktuellen Kurs an der Börse verkauft oder auch gekauft werden. Bei ungünstiger Zinsentwicklung (steigende Zinsen) kann dies auch zu Kursverlusten führen.

Bundesobligationen profitieren von der Abgeltungssteuer. Bisher mussten die Zinserträge außerhalb des Freistellungsvolumens mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden, künftig ist mit der 25-prozentigen Abgeltungssteuer (+Soli/Kirchensteuer) die Steuer abgegolten. Wer einen geringeren Steuersatz hat, kann sich die zu viel entrichtete Steuer vom Finanzamt (Steuererklärung) zurückerstatten lassen.

Eine Neuregelung gibt es bei Kursgewinnen: Wer Bundesobligationen mit Gewinn verkauft, muss für den Kursgewinn künftig Abgeltungssteuer bezahlen. Bisher war der Kursgewinn nach Ablauf der Spekulationsfrist steuerfrei.

Bundesanleihen

Auch Bundesanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden. Sie haben bei Emission eine Laufzeit von 10 bis 30 Jahren und die Zinsen werden jährlich ausgeschüttet. Theoretisch kann man Bundesanleihen bereits ab 0,01 Euro erwerben, eventuell anfallende Bank(mindest)gebühren sollten dabei aber beachtet werden. Inzwischen gibt es auch Bundesanleihen, deren Nominalwert und Zins an die deutsche Inflationsrate gekoppelt sind. Die Abgeltungssteuer auf Zinserträge und Kursgewinne ist wie bei Bundesobligationen geregelt.

Bundesschatzbriefe

Bei Bundesschatzbriefen gibt es zwei verschiedene Versionen. Der Typ A hat eine Laufzeit von sechs Jahren und zahlt die Zinsen jährlich. Der Typ B läuft sieben Jahre und zahlt die gesamten Zinsen am Ende der Laufzeit. Bundesschatzbriefe (Mindestnennwert 50 Euro) werden zwar nicht an der Börse gehandelt, eine vorzeitige Rückgabe an den Bund ist aber unter folgenden Voraussetzungen möglich: Frühestens nach einem Jahr können pro Gläubiger monatlich (alle 30 Zinstage) Schatzbriefe im Gegenwert von 5000 Euro zurückgegeben werden.

Die Zinsen steigen während der Laufzeit schrittweise an. Die derzeit gültige Serie beginnt mit einem Zinssatz von 3,75 Prozent. Im letzten Jahr werden dann 4,50 Prozent bezahlt. Bei der Abgeltungssteuer haben Anleger, die bereits Bundesschatzbriefe "Typ B" im Depot haben, einen deutlichen Vorteil. Sie müssen nämlich den gesamten Zinsertrag erst am Ende der Laufzeit mit 25 Prozent Abgeltungssteuer versteuern. Gerade wenn die Papiere schon mehrere Jahre laufen, konnten diese Anleger die individuelle Versteuerung (persönlicher Steuersatz) vermeiden. Die Versteuerung der Zinserträge "Typ A" erfolgt ab 2009 wie bei den Bundesobligationen. Kursgewinne/verluste gibt es bei Bundesschatzbriefen nicht, da die vorzeitige Rückgabe an den Bund zum Nominalwert erfolgt.

Finanzierungsschätze

Finanzierungsschätze werden mit einer Laufzeit von einem oder zwei Jahren herausgegeben und sind abgezinste Papiere. Der Anleger zahlt beim Kauf den Nennbetrag abzüglich der Zinsen und bekommt am Ende der Laufzeit den Nennbetrag zurück. Finanzierungsschätze können ab einem Betrag von 500 Euro gekauft werden. Eine vorzeitige Rückgabemöglichkeit gibt es nicht. Die aktuellen Renditen liegen bei ca. 4 Prozent. Die Abgeltungssteuer fällt bei Finanzierungsschätzen am Laufzeitende an. Maßgeblich ist der Unterschiedsbetrag zwischen Kapitaleinsatz beim Kauf und Nennbetrag.

Verwahrung gratis

Bundeswertpapiere können in allen Bankdepots verwahrt werden. Wer sich die üblichen Gebühren sparen möchte, kann die Papiere auch in einem Schuldbuchkonto bei der deutschen Finanzagentur verwahren lassen. Die Depoteröffnung erfolgt online. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.deutsche-finanzagentur.de. Dort kann man auch aktuelle Konditionen der Papiere erfahren.

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