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Zumindest vor Weihnachten will die Post von einem Nachporto für bunte Briefe absehen.

Bunte Briefe kosten mehr Porto

Lübeck/Bonn - Wer bunte Briefumschläge verschickt, muss nach einem Bericht der “Lübecker Nachrichten“ mehr Porto zahlen, denn die Farbe bedeutet einen Mehraufwand für die Deutsche Post. 

Rote, grüne und blaue Umschläge seien oft maschinell nicht lesbar und müssten per Hand sortiert werden, schreibt die Zeitung. Es gebe daher einen Aufschlag für farbige Post - bei Standardbriefen sind 90 statt 55 Cent fällig, bei Postkarten 90 statt 45 Cent.

Ein Sprecher der Deutschen Post in Bonn sagte der dpa am Samstag, es gebe zwar seit langem diese Regelung, aber: “Die kommt nicht zur Anwendung. Wenn da mal im Einzelfall ein Nach-Entgelt verlangt worden wäre, dann wäre das ein absoluter Ausreißer“, betonte Post-Sprecher Stefan Heß.

Farbenblinde Sortiermaschinen

Die Post werde im Briefzentrum maschinell gelesen und mit apricot- farbenen Strichcodes für die Adresse bedruckt, schreibt die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe und zitiert Post-Sprecher Martin Grundler: “Die Sortiermaschinen orientieren sich an diesen Codes, und die sind auf einem roten Untergrund nicht lesbar.“

Wenn Briefe oder Postkarten nicht ausreichend frankiert seien, müsse der Empfänger Porto nachzahlen oder die Post lande wieder beim Absender.

Sein Sprecher-Kollege Heß sagte, das Aussortieren per Hand verursache höhere Kosten, gerade zu Weihnachten, wenn das Sendungsaufkommen deutlich steige. “Wir tun aber ganz besonders an Weihnachten unser Bestes, dass es nicht zu einem Nach-Entgelt kommt oder zu einer Rücksendung.“

Post kassiert praktisch nie Nachporto

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein kritisierte die Regelung. Die Post weise auch nicht ausdrücklich genug auf den Aufschlag beim Porto hin. “Das Thema scheint auf der Internet-Seite der Post regelrecht geheim gehalten zu werden“, sagte Rechtsreferent Thorsten Meinicke. Post-Sprecher Heß meinte dazu, es gebe diese Regelung seit vielen Jahren, das Thema sei alt, aber nicht relevant für die Post, weil die Regelung praktisch nie zur Anwendung komme.

dpa

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