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Der Bedarf an Busfahrern ist groß, weil viele der bundesweit rund 103.000 Busfahrer schon vergleichsweise alt sind und zudem noch immer Personal für den wachsenden Fernbus-Markt gebraucht wird. Foto: Fabian Sommer/Symbolbild

Bedarf ist groß

Busfahrer für Betriebe nur noch schwer zu finden

Ein Dienstwagen mit 500 PS und Arbeit, wo andere Urlaub machen - so wirbt die Busbranche um Fahrer. Doch die niedrige Arbeitslosigkeit macht die Suche schwierig. Und es gibt Streit um Schulbusse.

Berlin (dpa) - Die Busunternehmen in Deutschland haben zunehmend Probleme, noch neue Fahrer zu finden. "Wir haben in vielen Regionen praktisch keine Arbeitslosen mehr, die sich auf offene Stellen bewerben könnten."

Das sagte Karl Hülsmann, Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer, der Deutschen Presse-Agentur. Und bis sich Flüchtlinge ans Steuer setzen können, sei es noch ein weiter Weg. Der Bedarf ist groß, weil viele der bundesweit rund 103.000 Busfahrer schon vergleichsweise alt sind und zudem noch immer Personal für den wachsenden Fernbus-Markt gebraucht wird. Die Branche wirbt zwar mit einer verantwortungsvollen Tätigkeit, Abwechslungsreichtum und einem sicheren Arbeitsplatz. Hülsmann sagte aber auch: "Es gibt vielleicht auch bequemere Arbeiten."

Die Führerscheinkosten von rund 10.000 Euro könnten Interessenten ebenfalls abschrecken. "Unternehmen gehen bereits dazu über, die Kosten mitzufinanzieren", sagte Hülsmann. "Aber es gibt keine Leute." Busfahrer im Ausland anzuwerben, sei schwierig - das sei anders als bei Lastwagenfahrern. "Da kann ich jemanden aus den Nachbarländern einstellen - die Ware unterhält sich ja nicht."

Die Sprachbarriere gilt oft auch für Flüchtlinge. "Zunächst einmal ist für Bewerber ein entsprechender Anerkennungsstatus notwendig", erklärte Hülsmann. "Dann müssen sie wirklich Deutsch sprechen können - ich will ja als Fahrgast fragen können, wo die Haltestelle ist und wie viel der Fahrschein kostet." Dann fehle noch der Führerschein.

Hoffnung verbindet die Branche mit dem autonomen Fahren. "Der Fahrermangel könnte sich auf diese Weise abwenden lassen, weil nur noch eine Begleitperson mitfährt." Es werde beim Bus aber länger dauern als beim Auto, bis das autonome Fahren kommt. "Auf dem Weg dorthin sind noch Probleme zu lösen, etwa das Anfahren an eine Haltestelle in Ausnahmesituationen wie beim Gedränge kurz nach Schulschluss."

Hülsmann kritisierte, dass Landkreise in einigen Bundesländern private Unternehmen aus dem Schulbus-Markt drängten: "Viele Landkreise gewähren den Unternehmen keinen Ausgleich für günstigere Schüler-Tickets." Sie behielten die entsprechenden Landesmittel für sich und übernähmen den Verkehr selbst. "Sie sagen: Wenn Du mit dem Geld nicht klarkommst, will ich jetzt Unternehmer sein, und Du kannst ja Subunternehmer werden."

Der Branchenverband spricht von einer Kommunalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Einnahmen der betroffenen Privaten brächen massiv ein.

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