Bush übt scharfe Kritik an Europas Haltung zu Gen-Nahrungsmitteln

- Washington - US-Präsident George W. Bush hat scharfe Kritik an der ablehnenden Haltung der Europäer gegenüber biotechnisch veränderten Nahrungsmitteln geübt. Er warf ihnen bei der Eröffnung der Fachmesse BIO 2003 vor, wegen "unbegründeter und unwissenschaftlicher Ängste" den Import gentechnisch veränderter Nahrungsmittel zu blockieren.

<P>Diese "künstlichen" Sperren hinderten viele afrikanische Nationen daran, Biotechnologie in der Landwirtschaft einzusetzen, da sie fürchten müssten, ihre Produkte nicht an Europa verkaufen zu können. Bush appellierte an die Europäer, im Interesse eines Kontinents, der Hunger leide, ihre Haltung zu ändern.</P><P>Unterdessen sind aus Protest gegen biotechnisch veränderte Nahrungsmittel Tausende in der kalifornischen Landeshauptstadt Sacramento auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter marschierten 3000 Menschen durch die Stadt. Bei Straßenblockaden am Sonntag und Montag kam es zu mehr als 50 Festnahmen. Die Proteste fanden anlässlich einer viertägigen internationalen Landwirtschafts- und Technologiekonferenz statt, zu der das US-Agrarministerium Vertreter aus über 100 Ländern eingeladen hat. Agrarministerin Renate Künast (Grüne) hatte mit dem Verweis auf die laufenden Verhandlungen über eine Agrarreform ihre Teilnahme abgesagt.</P><P>Mit Slogans wie "Lasst unsere Gene in Ruhe" und "Stoppt den Angriff der Konzerne" protestierten sie gegen den Gen- Food- Kurs Washingtons. Die Basisorganisation First Food nannte die Konferenz einen "dreisten Versuch" amerikanische Steuergelder darauf zu verschwenden, genetisch veränderte Lebensmittel dem sich widerstrebenden Ausland aufzudrängen. Nach Meinung der Aktivisten würden nur die mächtigen Agrokonzerne von der Verbreitung der Gentechnologie profitieren.</P><P>Verhandlungen zwischen den USA und der EU über die Zulassung von biotechnisch veränderten Nahrungsmitteln waren vergangene Woche in Genf gescheitert. Washington wolle nun mit Hilfe der Welthandelsorganisation (WTO) erreichen, dass Europa gentechnisch veränderte Organismen (GMO) zulasse, berichtete die "New York Times".</P><P>US-Agrokonzerne drängen seit langem auf eine US-Klage gegen die EU. Ihnen entgehen durch das Einfuhrverbot nach eigenen Angaben mehr als 300 Millionen Dollar im Jahr an möglichen Exporterlösen. Washington argumentiert, das Verbot verstoße gegen die WTO-Regeln. Die EU erklärt dagegen, dass ihre Regeln zu GMO den WTO-Vorgaben entsprechen.</P><P>An der Ausstellung in Washington waren auch über 50 Firmen aus Deutschland sowie mehrere Bundesländer und Institute beteiligt. Bei der Eröffnung betonte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Georg-Wilhelm Adamowitsch, dass Deutschland auf der Messe nach den USA der zweitgrößte Aussteller sei. Dies unterstreiche die Bedeutung der Biotechnologie in Deutschland.</P>

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