Bush wirft Europa Luftfahrt-Subventionen vor

- Seattle - US-Präsident George W. Bush will durch seinen Handelsbeauftragten mit allen Mitteln gegen "unfaire" Airbus-Subventionen der europäischen Länder vorgehen. Bush will eventuell auch bei der Welthandelsorganisation (WTO) aktiv werden. Dies hat der US-Präsident vor Boeing-Mitarbeitern in Seattle auf einer Wahlkampfveranstaltung angekündigt. Die Hauptstadt des US-Bundesstaats Washington ist die Hauptproduktionsstätte für Boeing-Verkehrsflugzeuge.

<P>Boeing war jahrzehntelang der weltgrößte Verkehrsflugzeugbauer. Das Unternehmen ist jedoch inzwischen von Airbus bei den Auslieferungen überholt worden. Bush befindet sich mitten im Wahlkampf, in dem der schwache US-Arbeitsmarkt und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland die Hauptthemen sind.<BR>Airbus sei vor 30 Jahren gegründet worden und habe in dieser Zeit hohe Subventionen der europäischen Länder erhalten und bekomme sie noch immer. "Ich glaube, diese Subventionen sind unfair", erklärte der US-Regierungschef. Er habe seinen Handelsbeauftragten Bob Zoellick angewiesen, europäische Offizielle bei seinem Treffen im September zu informieren, dass man die Subventionen für unfair halte. Zoellick solle "alle Optionen verfolgen, um diese Subventionen zu beenden, einschließlich durch Einreichen des Falles bei der WTO", sagte Bush. Der US-Präsident betonte, dass eine Beseitigung der Airbus-Subventionen zu einem fairen Handel führen würde.</P><P>Airbus hat amerikanische Subventionsvorwürfe immer wieder zurückgewiesen und erklärt, dass es sich um Regierungskredite handele, die zurückgezahlt werden müssten. Die Europäer kritisieren ihrerseits Subventionen Washingtons in Form riesiger Rüstungsaufträge an Boeing.</P><P>Der Konzernchef von Boeing, Harry Stonecipher, begrüßte die Bush-Initiative. Das gegenwärtige Rahmenwerk sei nicht zu rechtfertigen und müsse sofort geändert werden. Er gab sich optimistisch, dass ein Abkommen erreicht werden könne, das einen fairen Wettbewerb erlaube.</P>

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