Carlsberg will Brauereien schließen

- Kopenhagen/Düsseldorf - Europas zweitgrößter Brauereikonzern Carlsberg will auf lange Sicht jede zweite seiner 29 Brauereien stilllegen. Wie Vorstandschef Nils S. Andersen am Dienstag in einem Interview mit der Kopenhagener Wirtschaftszeitung "Børsen" ankündigte, soll zur Anpassung an die in ganz Westeuropa sinkende Nachfrage Bier nur noch in 15 "Hauptbrauereien" produziert werden. Zu den 14 kleineren Produktionseinheiten, die geschlossen werden sollen, gehören auch deutsche Tochterbrauereien in Lübz, Braunschweig und Görlitz.

Carlsberg-Sprecher Jens Peter Skaarup erklärte auf Anfrage, es handele sich bei den Stilllegungsplänen um "ausgesprochen langfristige, nicht konkrete und zeitlich nicht festgelegte Projekte". Sie könnten bei einer Trendwende mit wieder stärkerer Nachfrage auch wieder zu den Akten gelegt werden.

Der dänische Konzern hatte 2004 die Holsten-Brauereien mit dem Hamburger Stammsitz sowie den der Feldschlößchen-Brauerei in Dresden als Hauptbetrieben übernommen. Zu Holsten gehören außerdem die Brauerei Landskron in Görlitz, Feldschlößchen in Braunschweig, die Mecklenburgische Brauerei Lübz sowie Hannen in Mönchengladbach.

Dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) sagte Andersen, Carlsberg wolle auch nach den jüngsten Großfusionen in der Branche selbstständig bleiben. "Wir planen keine Fusion, wir sind groß genug." Carlsberg ist der weltweit fünftgrößte Brauereikonzern. Auch gegenüber einer feindlichen Übernahme sei man immun: 51 Prozent der Carlsberg-Aktien befänden sich unveräußerlich im Besitz einer Familienstiftung.

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