Cebit 2007: Wie bayerische Unternehmen punkten wollen

- München - Was würden Sie denken, wenn Ihnen Ihr Nachbar erzählt, ein Bankautomat hätte ihm zum Geburtstag gratuliert? Dass er jetzt auch noch Stimmen hört? Eine Möglichkeit. Weit wahrscheinlicher ist aber, dass er die Cebit in Hannover besucht hat.

Dort stellt die NCR-Corporation als eines von 6000 Unternehmen unter anderem EC-Automaten vor, die weit mehr können als Geld ausspucken. Der Kunde wird persönlich angesprochen und kann von Produktangeboten und Informationen profitieren, welche eigens auf sein Profil zugeschnitten sind.

Die weltgrößte Messe für Computer und Telekommunikation, die vom 15. bis zum 21. März in Hannover stattfindet, brachte schon immer Neuheiten hervor, die unser Leben maßgebend geprägt haben. Wir haben uns umgehört, welche Zukunftsmusik schon bald zum Alltag gehören könnte, wie beim täglichen Einkauf im Supermarkt.

Dort können sich Alltagsdramen abspielen wenn man in der falschen Schlange steht. Die Schlange, die sich an der Süßigkeitenreihe vorbei bis hinten zum Gemüse langzieht und an deren Ende man selbst steht, verzweifelt und nur mit einer Gurke in der Hand. Dies, weil zwei von vier Kassen unbesetzt sind.

Die Selbstbedienungs-Kassen von NCR sollen helfen. Selbst ist der Einkäufer, heißt die Devise. Vom Einscannen der Waren bis zur Bezahlung kann er nun alles selber machen. "Gar kein Service ist gleich besserer Service", meint der Vize-Präsident der Marketingabteilung bei NCR Konstantin Koenigs. So empfinden das auch die Kunden, ergab eine internationale Studie: Weniger Schlangestehen und die freie Wahl, ob bar oder mit Karte bezahlt wird, sind demnach die größten Vorteile der SB-Kassen.

Markus Saller von der Verbraucherzentrale Bayern hat jedoch ein paar rechtliche Bedenken: Er fragt sich, wo hier der Kaufvertrag zustande kommt. Kann eine Maschine Vertragspartner sein? In Deutschland findet sich der Einkaufs-Computer bislang nur bei einzelnen Pilotprojekten wie im Euro-Industrie-Park in München. Etabliert sich die Technologie jedoch, wie es NCR aufgrund des wachsenden Bedarfs vermutet, können die Fragen von Markus Saller an Relevanz gewinnen.

Eine andere Neuheit könnte Geld sparen. Mit einem Datenverarbeitungssystem von Teradata berechnet bereits ein britisches Versicherungsunternehmen Kfz-Prämien ganz individuell. Wer sein Auto nur am Wochenende ausparkt muss nicht mehr für den Pendler mitbezahlen. Nach dem Motto: Zahle nur, so viel du fährst.

Bayern ist dieses Jahr mit 541 Ausstellern bei der Cebit vertreten. Am Gemeinschaftsstand der Bayern Innovativ GmbH wird unter anderem die Möglichkeit vorgestellt, sich Günther Jauch direkt auf die Couch zu holen. Die Digitalisierung des Fernsehens macht‘s möglich. Mit Hilfe eines tragbaren Computers kann man synchron zur Quizshow miträtseln.

In das Reich der virtuellen Realität entführt den Cebit-Besucher der "virtuelle Anatomieassistent "Ritchie". Der wurde im Augsburger Lehrstuhl für Multimedia-Konzepte geboren und befindet sich in einem sogenannten digitalen Spiegel, vor dem ein Skelett steht. Spiegelbild und Realität sind jedoch nicht identisch. Mit Hilfe eines Zeigestabes kann der Besucher Organe, die nur im Spiegelbild sichtbar sind, im echten Skelett platzieren. Sitzt das Herz am rechten Fleck, lobt einen das digitale Kerlchen Ritchie von der anderen Seite des Spiegels.

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