10 Cent für eine Stunde Telefon: Behörde stoppt Telekom-Billigtarif

- Bonn - Die Deutsche Telekom ist mit ihrem Plan für ein neuartiges Billigtarifmodell für Dauertelefonierer gescheitert. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post lehnte den so genannten "10 Cent-Tarif" des Bonner Konzerns ab, weil sie dadurch die Chancengleichheit im Wettbewerb der Branche gefährdet sieht.

Das Tarifmodell sah den Behördenangaben zufolge vor, dass jedes Telefonat im deutschen Festnetz 10 Cent pro angefangener Stunde bei einem monatlichen Aufpreis von 4,22 Euro kosten sollte. Der große Unterschied zu dem XXL-Festpreismodell an Sonntagen sei, dass pro Anruf und angefangener Stunde jeweils 10 Cent angefallen wären.

"Nur ein funktionsfähiger Wettbewerb stellt sicher, dass die Verbraucher auch in Zukunft günstig telefonieren können", betonte Behördenchef Matthias Kurth in Bonn. Dem Vernehmen nach müssen die Konkurrenten der Deutschen Telekom so viel Geld für die Netznutzung zahlen, dass sie mit dem neuen Tarifangebot des Netzbetreibers nicht mithalten könnten.

Die Telekom-Konkurrenz begrüßte die Entscheidung: "Durch das Angebot drohten erhebliche Wettbewerbsverzerrungen", betonte Jürgen Grützner, Geschäftsführer ihres Verbandes VATM. Kundenfreundlichen Angeboten der Telekom-Konkurrenz von Billigvorwahlen bis hin zu Komplettanschlüssen wäre durch das Tarifmodell die wirtschaftliche Grundlage entzogen.

"Wir rechnen auch in Zukunft noch mit einer ganzen Reihe von solchen werbewirksamen Lockangeboten" betonte Grützner. Die er als Mogelpackung betrachtet. Durch Anruf-Weiterschaltungen, Anrufbeantworter und Fehlverbindungen würden scheinbare Vorteile billiger Stundentarife schnell aufgezehrt.

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