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Der Charme einer Autolegende: Karmann Ghia feiert 50. Geburtstag

- Osnabrück - Deutschland zur Zeit des Wirtschaftswunders: Nierentischchen, Eigenheim und - VW Käfer. Als Italien in den 50er-Jahren zum Traumziel der Arbeiter und Häuslebauer aufstieg, galt der Käfer den Deutschen als automobiles Maß aller Dinge. Doch Karosserie-Schneidern genügte das Auto der ersten großen Fahrt bald nicht mehr: Der Osnabrücker Karosseriebauer Karmann - heute Europas größte Cabrio-Schmiede - baute neben dem Käfer Cabrio auch den VW Karmann Ghia, einen eleganten Zweisitzer auf Käfer-Basis. Vor 50 Jahren begann die Serienfertigung des Kult-Autos, das bis 1974 von den Bändern rollte und zur Legende wurde.

Dabei stieß der damalige Karmann-Chef Wilhelm Karmann nach Unternehmensangaben mit seiner Idee eines schnittigen und sportlichen Volkswagens zunächst keineswegs auf ungeteilte Zustimmung. Doch der Prototyp von 1953 änderte alles - VW-Chef Heinrich Nordhoff verfiel dem Charme des Zweisitzers und gab den Auftrag zur Serienfertigung. Das Coupé entworfen hatte der Italiener Luigi Segre, bis zu seinem Tod 1963 Chef-Designer des Turiner Styling-Studios Ghia. <BR><BR>Schnittig und verspielt entwarf er den lang gestreckten Wagen mit seinen rundlichen Formen und der zierlichen Dachkonstruktion. Damit war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten: Am 14. Juli 1955 stellte Karmann das Coupé vor, im August begann die Serienfertigung und nur 14 Monate später lief das 10 000. Coupé´ vom Band. 1957 folgte das Cabriolet. Zwischen 1955 und 1974 rollten insgesamt 443 478 VW Karmann Ghia vom Band. Damit belegt der Zweisitzer in der Karmann-Produktion noch immer einen Platz auf dem Treppchen - hinter dem VW Scirocco I und II (795 650) und dem VW Golf Cabriolet (600 765). "Der Wagen hat den Namen Karmann weltweit bekannt gemacht", sagt Karmann-Sprecher Christian Eick. "Italienisches Wohlgefühl" sei für deutsche Durchschnittsverdiener erschwinglich geworden, begründete Eick den Erfolg des damals 7500 Mark teuren Autos. "Es lag sicher nicht an der Motorisierung." Die ersten Fahrzeuge waren mit einem Vier-Zylinder-Boxermotor mit 30 PS ausgestattet. Ob Karmann noch einmal an den Bau eines eigenen Modells denkt? Diese Frage lasse sich mit einem "definitiven Nein" beantworten, betont Eick. "Vieles, was in der ersten Hälfte der 50er möglich war, muss man nicht für alle Ewigkeit festzurren." Karmann profitierte vom Trend zum offenen Auto, rechnet aber im laufenden Jahr mit sinkenden Produktionszahlen. 2004 stellte Karmann mehr als 94 000 Fahrzeuge der Modelle Audi A 4, Mercedes-Benz CLK und Chrysler Crossfire her. Wegen der abflauenden Nachfrage hatte Karmann seit Ende 2004 rund 1000 seiner 7000 Stellen am Standort Osnabrück abgebaut.<BR><BR>Doch zum 50. Geburtstag der Legende steht den Osnabrückern vom 17. bis 19. Juni der Sinn nach Feiern - schließlich habe kein anderes Auto Geschichte und Image von Karmann derart geprägt.

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