Check vor Silvester: Wie Sie Steuervorteile noch nutzen können

- Die Steuerreform ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Dennoch kann man sich bereits auf Veränderungen einstellen. Egal ob nur die zweite oder auch die dritte Stufe der Steuerreform kommt, fallen die Steuersätze. Auch der möglichen Streichung von Steuervergünstigungen kann man - in Grenzen - vorbeugen.

<P>Ein Finanzcheck vor Neujahr lohnt sich heuer besonders. Hier einige Empfehlungen, die Experten der Stiftung Warentest zusammengestellt haben. Sinkende Steuersätze bedeuten: Wer steuerwirksame Ausgaben vorzieht und Einnahmen hinausschiebt, nutzt die Reform optimal.<BR><BR>Arbeitnehmer</P><P>Abhängig Beschäftigte haben kaum Möglichkeiten, den Lohn später zu kassieren. Doch Werbungskosten geltend machen kann man schon. Besonders lohnend sind beruflich bedingte Anschaffungen, die unter der Geringfügigkeitsgrenze von 475,60 Euro liegen. Man kann die Anschaffung auf einen Schlag geltend machen. Ein neuer Drucker für den Computer oder Ähnliches könnte sich auszahlen. Vorsicht: Die Anschaffung getrennter Computerteile wird vom Finanzamt als Einheit betrachtet. So kann man über diese Grenze rutschen.<BR><BR>Selbstständige</P><P>Unternehmer können Rechnungen erst im nächsten Jahr schreiben. Ein Mittel, Kosten vorzuziehen, ist die so genannte Ansparabschreibung. Kleinunternehmer, die in den nächsten beiden Jahren investieren wollen, etwa in ein neues Firmenauto, können 40 Prozent der Kosten schon 2003 als Betriebsausgaben geltend machen. <BR><BR>Spekulationsgewinne</P><P>Wird der Ehegatte heuer noch als Miteigentümer eines Wertpapierdepots eingetragen, verdoppelt sich die Grenze für steuerfreie Veräußerungsgewinne bei Wertpapieren, die innerhalb eines Jahres gekauft und verkauft werden, auf 1024 Euro.<BR><BR>Eigenheim</P><P>Die Regierung will die Eigenheimzulage streichen, jedoch nicht mehr komplett. Man sollte sich aber nicht unter Zugzwang setzen lassen. Wer nur wegen der Zulage noch schnell zuschlägt, wird leicht zum Opfer von Absahnern. Doch einige Dinge beim ohnehin geplanten oder vorhandenen Wohneigentum könnten sich lohnen:<BR> <BR>Wer bis 31. Dezember einen Bauantrag stellt und einen notariellen Kaufvertrag schließt oder Genossenschaftsanteile kauft, erhält die Eigenheimzulage in bisheriger Höhe.<BR><BR> Vorsicht bei der Neujahrsfalle: Haben Sie in diesem Jahr ein Eigenheim erworben, sollten Sie noch vor Neujahr einziehen.<BR> Verheirateten steht die Zulage zweimal zu. Hat ein Partner sie noch nicht genutzt, kann das Ehepaar ein weiteres Eigenheim anschaffen, in dem zum Beispiel Kinder oder Eltern wohnen. Das Wohnen muss allerdings unentgeltlich sein.<BR> Wenn nur einer für die gemeinsame Wohnung die Zulage erhalten hat, kann er die Immobilie in diesem Jahr an den anderen verkaufen. Der kann dann acht Jahre lang die Zulage beziehen.<BR><BR>Entfernungspauschale</P><P>Bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gibt es für die ersten zehn Kilometer je 36 Cent, für jeden weiteren 40 Cent. Dies soll reduziert werden. Wer sich noch den entsprechenden Freibetrag sichern will, sollte ihn sich auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Auf jeden Fall erhält er so ein zinsloses Darlehen vom Staat.<BR><BR>Haushaltsfreibetrag</P><P>Der Haushaltsfreibetrag fällt voraussichtlich 2004 weg. Er hat bisher Alleinerziehende bevorzugt. Verheiratete kommen in den Genuss des Ehegattensplittings. Für Paare, die sich getrennt haben oder trennen wollen, kann es lohnend sein, wenigstens bis zum 1. Januar zusammenzuziehen oder -zubleiben. Das gilt fürs Finanzamt als Versöhnungsversuch und ermöglicht die Zusammenveranlagung fürs gesamte Jahr.<BR></P>

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