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Vergleichsportale müssen Geld verdienen: Check24-Chef Henrich Blase ärgert sich über Kritik an Provisionen.

Vergleichsportal steht vor spannender Woche

Gegen Check24 werden schwere Geschütze aufgefahren

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München - Das Münchner Vergleichsportal Check24 steht vor einer spannenden Woche. Am 11. Mai könnte das Landgericht München sein Urteil im Prozess des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) gegen das Portal sprechen.

Außerdem hatten die Verbraucherzentralen in einer Studie den Nutzen von Vergleichsportalen in Frage gestellt. Jetzt wehrt sich Check24.

Der Prozess: Der BVK hat schwere Geschütze gegen Check24 aufgefahren. Vor Gericht beklagt er, das Portal würde nicht deutlich genug auf seine Rolle als Versicherungsmakler hinweisen. „Natürlich agieren wir im Bereich Versicherungen als Makler – das haben wir auch immer offen kommuniziert“, ärgert sich Check24-Chef Henrich Blase. Tatsächlich finden Kunden auf der Versicherungs-Startseite einen Link zu der so genannten „Erstinformation“, in der Check24 seinen Maklerstatus offenlegt. Nur die Position des Links sei noch strittig – recht gut versteckt ganz unten auf der Seite. Pikant: „Ausgerechnet der BVK-Präsident hält sich auf seiner eigenen Homepage nicht an die Vorgaben des eigenen Verbandes“, ärgert sich Blase. Dort sei der Hinweis weder korrekt platziert noch korrekt als „Erstinformation“ benannt.

Ärger mit Verbraucherzentralen: Auch mit den Verbraucherzentralen liegt Check24 über Kreuz. Die hatten im Frühjahr in einer Studie angeprangert, der Nutzen der Portale für die Verbraucher sei eher überschaubar – oft seien die Preise sogar höher. „Diese Kritik schadet uns natürlich massiv“, so Blase. Dabei sei die Studie der Verbraucherzentralen zu pauschal und methodisch zweifelhaft. „Ein Beispiel: Bei DSL-Tarifen haben die Verbraucherzentralen nur die monatliche Grundgebühr für das erste Jahr als Maßstab genommen“, so Blase. Dabei handele es sich jedoch um den Werbepreis, im zweiten Jahr sei der Vertrag um fünf Euro teurer. „Wir rechnen den Effektivpreis über 24 Monate, der dann natürlich etwas höher ist, als der Werbepreis des Anbieters“, erklärt Blase. Der Verbraucher sehe so aber die Gesamtkosten. „Wir sind offen für eine Zusammenarbeit mit Verbraucherverbänden – aber nicht, wenn solche Pauschalurteile gefällt werden“, so Blase.

Knackpunkt Provisionen: Die Vergleichsportale haben sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben – ihre Provisionen möchten sie aber lieber nicht offenlegen. Blase beteuert: „Die Provision hat keinen Einfluss auf die Ergebnisse.“ Allerdings tauchen Anbieter, die nicht bereit sind, eine Provision zu zahlen, im Zweifel gar nicht erst in den Listen auf. Denn die Portale verdienen ihr Geld mit diesen Vermittlungsgebühren. Im letzten Geschäftsjahr hat Check24 auf diese Weise 330 Millionen Euro eingenommen. „Wir sind schließlich nicht die Stiftung Warentest und müssen unsere Mitarbeiter auch bezahlen“, so Blase. Die Höhe der Provision sei aber eine Art Betriebsgeheimnis. Würde sie veröffentlicht, schwäche das die Verhandlungsposition der Portale gegenüber den Anbietern.

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