Wie der Chef beim Aufbau eines kleinen Vermögens hilft

- Über 23 Millionen Arbeitnehmer haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL), doch nur wenige nutzen diese Möglichkeit. Dabei zahlen Unternehmen je nach Branche zwischen 6,45 Euro und 40 Euro monatlich, und wer unter 17 900 Euro Jahreseinkommen (Ehepaare das Doppelte) bleibt, kassiert zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage vom Staat. "Das sollte man nutzen, denn VL-Produkte bieten attraktive Renditechancen", sagt Marion Weitemeier vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest.

Wie man VL bekommt

Um VL zu erhalten, müssen Arbeitnehmer einen speziellen Sparplan abschließen, bei dem das Geld für sieben Jahre festgelegt ist. Um VL zu erhalten, muss der Arbeitnehmer lediglich eine Durchschrift seines Sparplans beim Arbeitgeber vorlegen, der dann die Monatsrate direkt überweist. Die Arbeitnehmersparzulage, die bis zu 72 Euro beträgt (Ehepaare: 144 Euro), wird jährlich mit der Steuererklärung beantragt. Dazu erhält der Sparer von seinem Institut eine spezielle Bescheinigung. Das Angebot ist vielfältig.

Banksparpläne

Für sicherheitsorientierte Anleger, die keinen Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage haben, empfiehlt sich ein Banksparplan. Die jährliche Rendite liegt derzeit je nach Anbieter zwischen 2,25 und 5,17 Prozent, wie "Finanztest" ermittelt hat.

Bausparverträge

Bei Bausparverträgen beträgt die Rendite mit allen Fördermöglichkeiten zwischen 4,54 und 5,23 Prozent. Auch zur Tilgung eines Baukredits können Arbeitnehmer VL und Sparzulage einsetzen. "Für Eigenheimbesitzer gibt es keine lukrativere Anlage", sagt Weitemeier. Es gibt nämlich neben der Arbeitnehmersparzulage sogar noch eine zusätzliche Wohnungsbauprämie (Einkommensgrenze: 25 600 Euro im Jahr, für Verheiratete das Doppelte).

Fondssparpläne

Besonders renditestark sind Fondssparpläne. Immerhin sind hier pro Jahr im Schnitt 9 Prozent drin. Zudem unterstützt der Staat diese Anlage mit 18 Prozent bei jährlichen Einzahlungen bis zu 400 Euro. Es gibt also jährlich bis zu 72 Euro dazu. Anleger sollten aber darauf achten, dass nicht jeder Fonds VL-fähig ist. "Empfehlenswert sind vor allem Angebote freier Fondsvermittler, denn die bieten oft 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag", betont Weitemeier.

Mindest-Einzahlung

Für die verschiedenen Anlageformen gelten vielfach Mindestraten. Sie liegen für Fonds meist bei 34 Euro und bei Bausparverträgen zwischen 14 und 40 Euro monatlich. Sind die VL-Leistungen des Unternehmens zu niedrig, lohnt es sich, die Sparrate mit eigenem Geld zu erhöhen. "Das sollte man auch tun, wenn sonst die staatliche Förderung nicht voll ausgeschöpft wird", betont Weitemeier.

Berater patzen

Wenn es um die besten VL-Produkte geht, sind Anlageprofis nicht unbedingt die besten Ansprechpartner. Das ergab jetzt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW, die bei 24 Banken und Bausparkassen die Beratung für Auszubildende unter die Lupe nahm. So wusste jeder fünfte Experte nichts von der staatlichen Aktien-Förderung und einige Bauspar-Berater wollten partout nicht über Konkurrenz-Produkte informieren. Jeder zweite Berater patzte bei den Förderhöhen für Bausparverträge, jeder zweite bei der 18-prozentigen Zulage für Aktiensparer, und jeder vierte Experte sagte nichts über die Einkommensgrenzen. Sehr interessiert war man hingegen am VL-Beitrag des Arbeitgebers, immerhin entscheidet der in der Regel über die Höhe eines möglichen Vertrags und damit oft auch über die Provision.

"Sparer sollten sich möglichst schon vor einer Bankberatung informieren und die Angebote unbedingt vergleichen", empfiehlt VZ-Experte Thomas Bieler. Denn oftmals würden die Berater nur die Produkte ihres Instituts empfehlen, und die seien nicht unbedingt die lukrativsten.

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