Chef einer Dax-Firma verdient im Schnitt 2,6 Millionen Euro

- Frankfurt - Die Vorstandschefs der 30 deutschen Dax-Unternehmen verdienten im Jahr 2004 durchschnittlich je rund 2,6 Millionen Euro. Die Vorstände kommen immerhin noch auf eine Durchschnittsvergütung von knapp 1,6 Millionen Euro, wie eine Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ergab. Damit kletterten die Gehälter der Bosse in Zeiten der allgemeinen Lohnzurückhaltung um immerhin acht Prozent. Die höchsten Bezüge im Dax streicht dabei mit rund 6,2 Millionen Euro der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, ein, während für Vorstände des deutschen Branchenprimus immerhin noch rund drei Millionen Euro abfallen. Aktienoptionen einbezogen erhielt Ackermann nach Berechnungen des "Manager Magazins" 10,08 Millionen Euro.

Allerdings haben die Vorstände der Deutschen Bank laut DSW 18 Prozent weniger verdient als im Vorjahr. Ganz anders Herbert Hainer, Chef von Adidas. Er schraubte seine Bezüge um 89 Prozent nach oben, was vor allem an erfolgsabhängigen Gehaltskomponenten lag. Inklusive Optionen bekam er 3,2 Millionen Euro überwiesen. Platz zwei auf der Liste der Dax-Unternehmen mit den bestvergüteten Vorstandsetagen belegte der Energieversorger RWE, dessen Chef Harry Roels rund vier Millionen Euro verdient und die Vorstände rund 2,6 Millionen, vor Daimler-Chrysler, Siemens und Eon. Auf den beiden untersten Rängen liegen die Commerzbank und die Lufthansa, deren Vorstandschef rund 1,3 Millionen Euro verdient.

Dabei ist die Zahl der Unternehmen, die die Gehälter ihrer Vorstände veröffentlichen, binnen Jahresfrist deutlich gestiegen: Hatten 2003 erst neun der 30 Dax-Unternehmen die Gehälter ihrer Vorstände individualisiert veröffentlicht, stieg die Zahl im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 18. Während HypoVereinsbank, MAN und Volkswagen nur das Gehalt ihrer Vorstandsvorsitzenden veröffentlichten, beschränken sich Daimler-Chrysler, Adidas-Salomon, BMW, Henkel, BASF, Infineon, Linde, Münchener Rück und Fresenius Medical Care sogar bloß auf den Ausweis der Gesamtsumme. Insgesamt sind die Unternehmen bei der Transparenz ihrer Vorstandsgehälter aber deutlich auskunftsfreudiger geworden; auch saftige Verdienststeigerungen bei schrumpfenden Gewinnen waren diesmal nicht zu beobachten, wie DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker erklärte. Einige Unternehmen versuchten jedoch noch immer, sich der Offenlegung zu entziehen. Großverdiener: Josef Ackermann von der Deutschen Bank.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Dank der langen Geschichte ist Jeep ein wertvoller Teil des Fiat-Chrysler-Konzerns. Der chinesische Hersteller Great Wall hat nun offizielle Interesse an der …
Chinas Autobauer Great Wall will Fiat-Marke Jeep kaufen
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Die Justiz in München und den USA hat den Audi-Ingenieur P. in der Dieselaffäre ins Visier genommen. Der packt aus. Für seine Verteidiger ist die Sache klar - für die …
Justiz: Keine Ermittlungen gegen Audi-Chef Stadler
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Große Verwunderung gab es am Samstag in der Hamburger Hafencity. Dort war ein Edeka-Supermarkt wie leer gefegt - und das mit Absicht. 
Edeka räumt Regale leer - um ein klares Zeichen zu setzen
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor
Dallas/San Diego (dpa) - Der US-amerikanische Starinvestor Warren Buffett hat beim Bieterwettkampf um den texanischen Stromanbieter Oncor den Kürzeren gezogen.
Starinvestor Buffett unterliegt im Wettbieten um Oncor

Kommentare