Chef-Volkswirt: Beschäftigungswunder im Krisenjahr

München - Auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung eines Konjunkturexperten im Krisenjahr 2009 ein echtes Beschäftigungswunder ereignet.

“Es ist sensationell, dass es in der tiefsten Rezession der Nachkriegszeit nur einen so geringen Rückgang der Beschäftigung gegeben hat“, sagte der Chef-Volkswirt der BayernLB, Jürgen Pfister, am Dienstag in München. Dazu habe neben der Kurzarbeit auch die Flexibilisierung der Arbeitszeitmodelle in vielen Firmen beigetragen. Diese erlaube es ihnen auch ohne Kurzarbeit, die Arbeitszeit in Schwächephasen auf 30 Stunden pro Woche zu reduzieren.

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Im kommenden Jahr würden viele Unternehmen angesichts der anhaltend schwachen Auslastung einen Stellenabbau aber nicht mehr vermeiden können. “Wir werden einen deutlichen Abbau der Beschäftigung sehen.“ Dadurch drohe auch eine Kaufzurückhaltung, die die konjunkturelle Erholung belasten könne. “Unsere Achillesferse im nächsten Jahr ist der Konsum.“ Selbst wer nicht direkt von Arbeitslosigkeit betroffen ist, werde möglicherweise aus Angst vor dem Jobverlust lieber sparen als einkaufen.

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Von einem stabilen Aufschwung ist die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung von Pfister noch ein gutes Stück entfernt. Ohne die staatlichen Konjunkturprogramme wäre es mit der Erholung schnell wieder vorbei. “Wenn die staatlichen Stützen weggezogen würden, würden wir schnell in Richtung Null fallen.“ Bereits ab Mitte kommenden Jahres werden die konjunkturellen Effekte der extrem expansiven Geldpolitik der Notenbanken nachlassen, warnte Pfister. Für eine drohende Inflation gibt es aus seiner Sicht zwar derzeit keine Anzeichen. Trotzdem herrschten in der Bevölkerung offensichtlich Ängste. “Wenn Sie einen Goldpreis von 1200 Euro sehen, wissen Sie, dass eine Beunruhigung da ist.“ Der Schock über den dramatischen Einbruch der Wirtschaft sitze bei den Menschen in Deutschland immer noch tief. “Wir haben alle das Trauma des Absturzes 2009 erlebt.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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