Chefin ohne Macht: Licci an HVB-Spitze?

- München - Christine Licci wird wohl neue Chefin der HypoVereinsbank, falls die Bayern unter das Dach des Unicredit kommen. Große Macht wäre damit aber nicht verbunden. Die bei der Münchner Hypovereinsbank (HVB) heute für das Geschäft mit Privatkunden zuständige Christine Licci dürfte nach einer Übernahme der Bayern durch Italiens Unicredit nominell die Nachfolge des heutigen HVB-Chefs Dieter Rampl antreten. "Man kann davon ausgehen, dass es so kommt", hieß es in Kreisen der beiden Fusionskandidaten. Als Südtirolerin sei die Managerin in dieser Position die Wunschkandidatin der Italiener.

Offiziell kommentieren beide Banken diese Personalie aber nicht. Ein Aufstieg wäre ein solcher Posten für Licci, die erst vor wenigen Monaten von der Citibank zur HVB gekommen ist, allerdings nur sehr eingeschränkt. Denn die HVB würde unter dem Dach von Unicredit vor allem aus juristischen Gründen noch einen Vorstandsvorsitzenden benötigen, während die eigentlichen operativen Entscheidungen im Vorstand des dann italienischen Mutterkonzerns getroffen werden, erklären Banker die Auswirkungen. Im Konzernvorstand wäre der Italiener Robert Nicastro für Privatkunden auch hierzulande zuständig, wenn die Fusion klappt. "Frau Licci sitzt in der zweiten Reihe", verdeutlichte ein Insider ihre sich abzeichnende Rolle. Sie wäre in keinem Fall "ein neuer Rampl". Den nächsten Schritt zum Schulterschluss beider Kreditinstitute tut bis Ende dieser Woche voraussichtlich der Unicredit. Beginnend am Mittwoch soll die Hauptversammlung der Italiener binnen drei Tagen der bisher größten Bankenfusion über europäische Grenzen hinweg zustimmen.

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