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Eckhard Cordes scheint keine Zukunft mehr bei der Metro-Gruppe zu haben.

Chefsessel von Metro-Chef Cordes wackelt

Düsseldorf - Die Zukunft von Eckhard Cordes als Vorstandschef des Handelsriesen Metro ist ungewiss. Wie aus Kreisen des Aufsichtsrates bekannt wurde, gilt eine Verlängerung seines Vorstandsvertrages als unsicher.

Sowohl Vertreter der Kapitaleigner als auch der Arbeitnehmer sähen eine Verlängerung derzeit kritisch. Bei der Meinungsbildung in dem obersten Kontrollgremium des Konzerns seien Unstimmigkeiten nicht erkennbar, hieß es weiter. Der Vorstandsvertrag von Cordes endet im Oktober 2012 und kann frühestens im November dieses Jahres erneuert werden.

Zu vielen unternehmerischen Entscheidungen hätten die Arbeitnehmer eine kritische Haltung, sagte ein Verdi-Sprecher der dpa. Hierzu gehörten unter anderem das Sparprogramm Shape und der damit verbundene Stellenabbau sowie die Einführung eines neuen Buchhaltungssystems, gegen das viele Betriebsräte opponiert hätten und das ebenfalls mit einem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sei. “Vorstandsverträge werden auf Zeit geschlossen, damit Aufsichtsräte die Möglichkeit haben, gegebenenfalls die Weichen personell neu stellen“, betonte der Sprecher.

Cordes selbst hat sich bislang zu einer Verlängerung seines Vertrages nicht geäußert. Auch der Metro-Konzern wollte zu Presseberichten etwa der “Financial Times Deutschland“ über einen möglichen Wechsel an der Konzernspitze keine Stellung nehmen und sprach von Spekulationen. Bislang ist im Aufsichtsrat offensichtlich aber noch keine Entscheidung über die Zukunft des ehemaligen Daimler-Managers gefallen.

Cordes hatte im Oktober 2007 überraschend die Nachfolge von Hans-Joachim Körber angetreten. Wenige Monate zuvor hatten die Großaktionäre Haniel und Schmidt-Ruthenbeck die Mehrheit bei Metro übernommen. Vor seinem Wechsel in den Chefsessel stand Cordes an der Spitze des Metro-Aufsichtsrates und leitete auch den Haniel-Konzern.

Den großen Umbruch bei Metro schaffte der Topmanager aber nicht. Sein großes Ziel, die beiden Warenhausketten Kaufhof und Karstadt zusammenzubringen, als der Arcandor-Konzern in die Insolvenz schlitterte, misslang. Auch der geplante Verkauf der Lebensmittelkette Real und die Trennung vom Kaufhof, der nicht mehr zum Kerngeschäft von Metro gehört, wurde bislang nicht umgesetzt.

Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit dem Minderheitsaktionär der Elektronikfachmärkte Media-Saturn, Erich Kellerhals. Der Mitbegründer der Kette, der mit einem weiteren Aktionär rund 25 Prozent an Media-Saturn hält, besitzt ein Vetorecht, das Cordes gerne kippen möchte. Ein Ende des Streits ist derzeit nicht in Sicht.

dpa

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