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Die gute Konjunktur soll sich auch in den Löhnen nieder schlagen.

Chemie-Arbeiter wollen sechs Prozent mehr Lohn

Bochum - Mit der Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn geht die Gewerkschaft IG BCE in die diesjährige Tarifrunde für die Chemieindustrie. Ein Punkt im Tarifvertrag dürfte die Verhandlungen besonders erschweren.

Der Tarifvertrag für die rund 550.000 Branchenbeschäftigten soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben, beschloss der IG-BCE-Hauptvorstand am Dienstag in Bochum. Die Tarifverhandlungen beginnen am 17. April in Hessen. In Nordrhein-Westfalen ist die erste Verhandlungsrunde für 19. April angesetzt.

Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung, die nur knapp unter den geforderten 6,5 Prozent in der Metallbranche liegt, mit der hervorragenden Konjunktur in der Chemieindustrie. Viele der rund 1.900 Branchenbetriebe seien gut ausgelastet und “strotzen vor Kraft“, sagte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis.

Eine klare Absage erteilte die Gewerkschaft Forderungen der Arbeitgeber nach einer Erhöhung der Arbeitszeit. “Eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche wird es mit uns nicht geben“, sagte Tarifvorstand Peter Hausmann. Seit den 1990er Jahren gibt es in der Branche eine Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden.

Den Arbeitgebern warf die Gewerkschaft vor, in Sachen demografischer Wandel ihre “Hausaufgaben“ nicht gemacht zu haben. Der auch in der Chemiebranche bestehende Mangel insbesondere an jüngeren Fachkräften sei teilweise Folge dieses “Versagens“ in der Personalpolitik.

Arbeitgeber kritisieren Frühverrentung

Mit einer Ausdehnung der Arbeitszeit lasse sich das Problem nicht bewältigen, sagte Hausmann. Daher wolle die IG BCE in der Tarifrunde den bestehenden Demografie-Tarifvertrag weiterentwickeln. Dazu sollen unter anderem ältere Beschäftigte weniger arbeiten können.

Die Arbeitgeber äußerten sich zur Tarifforderung der Gewerkschaft zurückhaltend. Richtschnur müsse ein Abschluss sein, der den “wirtschaftlichen Realitäten“ entspreche, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), Wolfgang Goos, in Wiesbaden.

Bei der Arbeitzeitverlängerung wollen die Arbeitgeber nicht nachgeben. “Wir müssen länger arbeiten, und wir müssen flexibler arbeiten“, sagte BAVC-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen. Frühverrentung sei ein “Modell von gestern“.

Bei der vorangegangenen Tarifrunde im Frühjahr 2011 hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf Entgelterhöhungen von 4,1 Prozent mit einer Laufzeit von 15 Monaten verständigt. Damals hatte die IG BCE zunächst sieben Prozent mehr Lohn gefordert.

dapd

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