Chemiekonzern Wacker geht an die Börse

- München - Der Chemiekonzern Wacker geht mehr als 90 Jahre nach seiner Gründung an die Börse. Bei einem weiterhin positiven Marktumfeld sei die Erstnotiz noch vor Ostern geplant, sagte Konzernchef Peter-Alexander Wacker am Freitag in München. Die Familie Wacker gibt das Ruder im Konzern aber nicht aus der Hand. "Die Familie ist festen Willens, eine Mehrheit an dem Unternehmen zu behalten", betonte Wacker. Wie viele Anteile an die Börse gebracht werden sollen, will das Unternehmen in der kommenden Woche mitteilen.

Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern den Umsatz vor allem durch gute Geschäfte im Ausland um zehn Prozent auf 2,76 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern konnte mit 260,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Auch das Halbleitergeschäft Siltronic schreibe wieder schwarze Zahlen. "Damit haben wir die Ziele, die wir uns für 2005 gesetzt hatten, erreicht und teilweise sogar übertroffen", sagte Wacker.

Im laufenden Jahr erwartet Wacker weitere Steigerungen bei Umsatz und operativem Gewinn. Wacker beschäftigt weltweit rund 14 400 Mitarbeiter und hat rund 20 Produktionsstätten in verschiedenen Ländern. Die Zahl der Beschäftigten solle vor allem im Ausland weiter wachsen.

Den Löwenanteil zum Umsatz trug im vergangenen Jahr mit 1,12 Milliarden Euro das Geschäft mit Silicon-Produkten bei. Mit einer stärkeren Präsenz in China will Wacker in diesem Bereich vor allem das Geschäft mit Textilzusatzstoffen ausbauen.

Die Halbleitersparte Siltronic soll auch nach dem Börsengang im Konzern bleiben. "Siltronic ist fester Bestandteil des Unternehmens", sagte Wacker. Um die Zukunft der Sparte hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Spekulationen gegeben. Ursprünglich war für Siltronic ein Börsengang geplant, der aber wegen mangelnder Nachfrage geplatzt war.

Trotz des integrierten Halbleitergeschäfts, das generell als schwankungsanfällig gilt, ist die Wacker-Aktie nach Einschätzung des Firmenchefs auch für private Aktionäre interessant. "Mit Sicherheit ist Wacker kein Risikopapier", sagte er. Nach Informationen aus Finanzkreisen soll die Zeichnungsfrist am 27. März beginnen. Dazu äußerte sich Wacker nicht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax vor Bundestagswahl kaum bewegt
Angesichts des wieder hochgekochten Nordkorea-Konflikts ist dem Dax am Freitag die Kraft ausgegangen.
Dax vor Bundestagswahl kaum bewegt
Air Berlin verhandelt mit Lufthansa und Easyjet - Wöhrl sauer
Air Berlin könnte zu großen Teilen an die Lufthansa gehen. Unterlegene Bieter halten das für eine „Katastrophe“ auch für Passagiere. Sie könnten klagen.
Air Berlin verhandelt mit Lufthansa und Easyjet - Wöhrl sauer
Air Berlin: Unterlegene Bieter zürnen, Arbeitnehmer bangen
Nach der Vorentscheidung im Bieterwettstreit geht es darum, wer wie viele Flugzeuge genau bekommen soll. Ein Zwischenstand wird für Montag erwartet. Nicht nur die …
Air Berlin: Unterlegene Bieter zürnen, Arbeitnehmer bangen
7000 Stahlkocher demonstrieren gegen Stahlfusion
Nach dem Bekanntwerden der Fusionspläne für die europäischen Stahlsparten von Thyssenkrupp und Tata wächst im Ruhrgebiet die Empörung. Bei einer Demonstration in Bochum …
7000 Stahlkocher demonstrieren gegen Stahlfusion

Kommentare