1. Startseite
  2. Wirtschaft

China: Rekordumsätze bei Rabattschlacht „Singles Day“ - doch Alibaba wächst langsamer

Erstellt:

Kommentare

Arbeiter an einer Verbandstation des Online-Händlers JD.com in Peking sortieren am Fließband Pakete für den Versand
Singles Day: Arbeiter an einer Smart Delivery Station des Online-Händlers JD.com in Peking sortieren während des jährlichen Shopping-Festivals Pakete für den Versand (Archivbild) © Simon Song / Imago / Zuma Wire

Auch in diesem Jahr verfielen chinesische Shopper zum Singles Day in den Online-Konsumrausch. Doch Platzhirsch Alibaba wächst zum Jahres-Höhepunkt nicht mehr so stark. Der Tech-Crackdown ist zu spüren.

Peking/München - Trotz Gegenwind in den Lieferketten und einem Crackdown gegen Chinas Technologieunternehmen hat die weltgrößte Rabattschlacht in China großen Online-Händlern wie Alibaba und JD.com in diesem Jahr erneut Verkaufsrekorde eingebracht. Obwohl die Konzerne Werbewirbel machten, stiegen die Umsätze des elftägigen Konsumfestivals zum „Singles Day“ an.

Der Singles Day endet immer am 11.11. eines jeden Jahres. Alibaba hatte das jährliche Einkaufsfestival 2009 mit Sonderangeboten und kräftigen Rabatten begonnen. Konkurrenten folgten dem Beispiel. Ursprünglich galt der „Singles Day“ am 11. November unter Studenten in China als eine Art Anti-Valentinstag für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht. Wegen des großen Erfolgs wurde die Rabattschlacht schließlich auf elf Tage ausgedehnt.

Während der diesjährigen Rabattschlacht bis zum 11.11. erreichte Alibaba 540 Milliarden Yuan Umsatz (umgerechnet 73 Milliarden Euro), ein Plus von 8,45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Seit 2009 hatten die Zuwächse bei Alibaba allerdings immer im zweistelligen Bereich gelegen. Der zweite Internet-Verkaufsriese JD.com meldete derweil einen Zuwachs von 28,6 Prozent auf 349 Milliarden Yuan (47 Milliarden Euro) Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt, dass das Konsumbetrauen nicht generell abnimmt.

Alibaba im Fokus der Wettbewerbsbehörde

Alibaba ist aber seit einem Jahr im Fokus der Regulierungsbehörden, die unter anderem einen Börsengang der Finanztocher Ant Financial blockiert hatten und Alibaba wegen Wettbewerbsverstößen eine Milliardenstrafe aufbrummten. Auslöser war eine kritische Rede von Alibaba-Gründer Jack Ma gewesen. Er hatte der Börsenaufsicht mangelnden Reformwillen vorgeworfen. Ma tritt seither nicht mehr öffentlich auf. Dieses Jahr betonte Alibaba, man konzentriere sich auf ein nachhaltiges Wachstum. Der Konzern hatte zudem die Erwartungen an den Singles Day niedrig gehalten

Dieses Jahr beriefen nach einem Bericht der South China Morning Post nur Stunden vor Beginn des Singles‘ Day die lokalen Behörden der Südprovinz Guangdong Alibaba, den Liefergiganten Meituan und die Online-Shopping-Plattform Vipshop ein, um sie noch einmal vor unlauterem Wettbewerb und Knebelverträgen für ihre Online-Shops zu warnen. Unter anderem Alibaba war berüchtigt für Exklusivitäts-Verträge, die den Shops verbot, ihre Ware auch bei Konkurrenten wie JD.com anzubieten. Doch das ist seit 2020 nicht mehr erlaubt.

China: Singles Day ist größte Rabattaktion der Welt

Für viele Online-Verkäufer auf diesen Plattformen ist der Singles Day die mit Abstand wichtigste Phase im Jahr - ähnlich dem Weihnachtsgeschäft in Deutschland. Viele machen während der elf Tage den größten Teil ihres Jahresumsatzes. Monatelang werden dazu die Lager aufgestockt und Logistik-Kapazitäten gesichert, damit am Ende alles klappt und genug Ware vorrätig ist. Seit 2018 wird beim Singles Day mehr umgesetzt als bei ähnlichen Rabatt-Festivals in den USA wie Black Friday und Cyber Monday, die es inzwischen auch in Europa gibt. (ck/dpa)

Auch interessant

Kommentare