+
China will mit Steuervergünstigungen ausländische Investitionen wieder ankurbeln. Foto: Arno Burgi/Symbolbild

Reaktion auf US-Steuerreform

China bietet ausländischen Firmen Steuererlass an

Die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump setzt China unter Druck. Um als Standort attraktiv zu bleiben, bietet Peking ausländischen Unternehmen jetzt deutliche Steuererleichterungen an.

Peking (dpa) - Die chinesische Regierung reagiert auf die US-Steuerreform sowie die Abschwächung der Auslandsinvestitionen im Reich der Mitte.

Das Finanzministerium in Peking kündigte an, dass ausländische Unternehmen ihre Gewinne vorerst nicht mehr versteuern müssten, wenn sie diese unter bestimmten Bedingungen wieder im Land investierten. Der Schritt solle ausländische Investitionen in China wieder ankurbeln, wie das Ministerium mitteilte.

Die Regelung, die am Donnerstag auf der Webseite des Ministeriums veröffentlicht wurde, gilt rückwirkend zum 1. Januar 2017, so dass für das auslaufende Jahr auch Erstattungen geltend gemacht werden können. China wolle aktiv ausländische Investitionen nutzen, diese fördern und ihre Qualität verbessern, ließ das Ministerium wissen.

Um von der Steuer ausgenommen zu werden, müssen ausländische Unternehmen aber bestimmte Voraussetzungen für ihre neuen Investitionen erfüllen. Unter anderem wird gefordert, dass sie in Industrien investieren, die auf der Liste stehen, die von der chinesischen Regierung besonders gefördert werden.

Die ausländischen Investitionen waren in den ersten zehn Monaten dieses Jahres nur um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Im November machten sie aber einen Sprung um 90 Prozent, so dass für die ersten elf Monate ein Zuwachs von 9,8 Prozent herauskam. Jetzt erhöhte aber die kurz vor Weihnachten verabschiedete Steuerreform von US-Präsident Donald Trump den Druck.

Amerikanischen Unternehmen winken danach Anreize, wenn sie ihre Gewinne durch Operationen im Ausland zurückführen. Auch senkt die Steuerreform die Kosten für Unternehmen in den USA und verbessert damit die Standortfaktoren. Experten sahen auf chinesischer Seite die Sorge, dass Kapital abfließen könnte oder sich einige amerikanische Firmen vielleicht sogar aus China zurückziehen könnten. Auch in Deutschland forderten Industrie und Unternehmen als Reaktion Reformen und Erleichterungen.

Ohnehin haben sich die Bedingungen für ausländische Unternehmen in China verschlechtert, wie jüngste Umfragen ergaben. Beklagt wurden lokaler Protektionismus, mangelnder Marktzugang, steigende Kosten, besonders auch für Personal, und ein unfairer Verdrängungswettbewerb. Auch deutsche und andere europäische Unternehmen halten sich mit neuen Investitionen in China erkennbar zurück.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weitere Dax-Erholung dank Wall-Street-Rekorden
Frankfurt/Main (dpa) - Dank weiter gut gelaunter Anleger hat der Dax am Freitag seine Erholung fortgesetzt. Trotz des auch "Hexensabbat" genannten großen Verfallstags an …
Weitere Dax-Erholung dank Wall-Street-Rekorden
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
Ein Facebook-User ist angewidert: Aldi-Mitarbeiter scheuchten eine Obdachlose vom Gelände und werden ausfallend. Jetzt erklärt sich das Unternehmen. 
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
„FNP“-Journalist Panagiotis Koutoumanos erhält Deutschen Journalistenpreis
Ein komplexes Thema - „sehr anschaulich dargestellt“. Der FNP-Journalist Panagiotis Koutoumanos hat den deutschen Journalistenpreis erhalten.
„FNP“-Journalist Panagiotis Koutoumanos erhält Deutschen Journalistenpreis
Volkswagen will ab 2019 Software-Entwickler selbst ausbilden
Alle beklagen den Fachkräftemangel, gleichzeitig brauchen auch die Autobauer im digitalen Wandel der Branche immer mehr Software-Experten. Was also tun? Volkswagen nimmt …
Volkswagen will ab 2019 Software-Entwickler selbst ausbilden

Kommentare