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Fallende Aktien in Hongkong: Am Markt wurde dies mit dem sich zuspitzenden Handelsstreit zwischen den USA und China begründet. Foto: Kin Cheung/AP

Handelskonflikt mit den USA

China kündigt Vergeltung auf Strafzölle an - aber gemäßigt

Bisher hat China immer gedroht, im gleichen Maße auf US-Strafzölle antworten zu wollen. Jetzt kündigt es eigene Sonderabgaben an, die aber im Umfang geringer ausfallen. Will Peking zurückhaltend wirken?

Peking (dpa) - Im Handelskonflikt mit den USA hat China als Vergeltung eigene Strafzölle auf Einfuhren aus den USA angekündigt.

Die chinesische Retourkutsche fällt allerdings geringer aus als die angedrohten Sonderabgaben der USA, obwohl Peking immer Gegenmaßnahmen in ähnlicher Höhe in Aussicht gestellt hatte.

Die Zollkommission des Staatsrates teilte in Peking mit, Sonderabgaben auf Importe aus den USA im Wert von 60 Milliarden US-Dollar erheben zu wollen, falls die USA wie geplant chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen belegen.

Die chinesischen Zölle sollen zwischen 5 und 25 Prozent betragen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die chinesische Reaktion läge damit im Umfang deutlich unter den angedrohten Strafmaßnahmen von US-Präsident Donald Trump. Ob China damit mäßigend in dem Handelskonflikt wirken will, war zunächst unklar.

Der US-Präsident erwägt, statt wie ursprünglich geplant 10 vielmehr 25 Prozent an Strafzöllen auf Waren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar zu erheben. Wenn es dazu komme, werde China sofort die Maßnahmen umsetzten, teilte die Kommission mit. Dazu wurde eine Liste mit 5207 Waren an Importen aus den USA vorgelegt.

Sollten die amerikanischen Strafzölle tatsächlich in Kraft treten, wäre zusammen mit bereits verhängten Sonderabgaben etwa die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen. Am 5. September läuft eine Frist dafür ab, innerhalb derer noch Anhörungen laufen.

Anfang Juli waren bereits US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten. Als Vergeltung erhebt China inzwischen Sonderabgaben auf Autos aus den USA, aber auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. Es zielt damit auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum ab.

Zudem könnten in Kürze noch 25-prozentige US-Zölle auf chinesische Waren im Wert von weiteren 16 Milliarden US-Dollar folgen. Die Überprüfung dazu läuft noch. Trump droht damit, am Ende vielleicht sogar alle Importe aus China im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar mit Abgaben überziehen zu wollen.

China kann Vergeltung mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA ohnehin nur begrenzt ausüben, weil die USA nur Waren für 130 Milliarden US-Dollar nach China ausführen. So fürchten US-Unternehmen, dass Peking außer Zöllen auch zu anderen Gegenmaßnahmen greifen könnte.

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